Glossar

Von Accord bis Zippergarage

Accord on fire and building safety in Bangladesh

Dieses Abkommen zur Verbesserung des Brandschutzes und der Gebäudesicherheit in Bangladesch wurde nach dem Unglück in Rana Plaza im April 2013 erarbeitet. Der Accord ist ein rechtlich bindendes Abkommen zwischen den internationalen Gewerkschaften IndustriALL und UNI Global, Gewerkschaften in Bangladesch sowie internationalen Marken und Einzelhändlern. Die internationale Arbeitsorganisation (IAO) hat einen unabhängigen Vorsitz. Die unterzeichnenden (Handels)unternehmen verpflichten sich zu Maßnahmen zur Verbesserung der genannten Themenfelder. Unterzeichnet haben mehrere internationale Handelsketten. Die staatliche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) begrüßt den Accord.

Acetat

In der Textilbranche werden Acetate mannigfaltig eingesetzt. Acetate haben Eigenschaften, die typisch für natürliche und synthetische Chemiefasern sind, da sie aus einem Stoff auf Grundlage von Zellulose bestehen. Die Fasern haben eine geringe Dichte, sind leichter als Wolle, Baumwolle, Seide oder Viskose. Es können aus Acetatfasern sehr voluminöse textile Flächengebilde hergestellt werden, da Acetate voluminöser gegenüber allen Stoffen aus anderen Faserstoffen trotz gleicher Flächenmasse sind. Acetatfasern werden oft als "Wollersatz" (thermoplastisch gekräuselte Stapelfasern) oder als "Seidenersatz" (feine glänzende Endlosfasern) verwendet. Kleidungsstücke aus Acetat sind sehr hitzeempfindlich, daher sind sie bei Niedrigtemperatur oder mit der Hand zu waschen. Der Wäschetrockner ist tabu.

ADI-Wert

Die Abkürzung steht für "acceptable daily intake", was in etwa als "duldbare tägliche Aufnahme" von Zusatzstoffen übersetzt werden kann. Der ADI-Wert gibt die Menge eines Stoffes in mg/kg Körpergewicht an, die der Mensch täglich auf Lebenszeit zu sich nehmen kann, ohne nachweisbare gesundheitliche Schäden davonzutragen.

Aerosol

Gemisch, das aus einem Gas und festen oder flüssigen Schwebstoffe in feinstverteilter Form besteht, z. B. Spraynebel.

Ammonium

Stickstoffverbindung, die in der Natur in erster Linie beim Abbau von Proteinen entsteht, z. B. beim biologischen Abbau von Aminen in Kläranlagen.

Anthropogen

lat. durch den Menschen beeinflusst oder verursacht. Bekanntes Beispiel: „anthropogener Klimawandel“.

Antimikrobielle Ausrüstung / Antibakterielle Ausrüstung

Ausrüstung, um Textilien so zu behandeln, dass bestimmte Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze in ihrer Vermehrung gehemmt werden. Besonders wichtig für Textilien, die im Objektbereich eingesetzt werden (Markisen, Planen, Zelte, Krankenhaustextilien, etc.).

Antistatische Ausrüstung

Erhöhung der elektrischen Leitfähigkeit an der Oberfläche der Fasern, um einer elektrostatischen Aufladung, besonders von Chemiefasern entgegenzuwirken und die Gebrauchseigenschaften zu verbessern. Die Ausrüstung erfolgt durch applizieren von permanenten (in der Faser beim Spinnprozess) oder auswaschbaren Hilfsmittel. Hat besondere Bedeutung für technische Textilien und im Teppichbodenbereich.

Appretur

Verfahren zur weiteren Veredlung von Textilien zur Veränderung der Oberfläche, der Trageeigenschaften oder der Pflegeeigenschaften (pflegeleicht, knitterarm, wasserabweisend, Prägeausrüstung u. a.). Es wird unterschieden zwischen Trocken- und Nassappretur.

Ausbluten

Überschüssiger Farbstoff der beim Waschen von Textilien an das umgebende Wasser abgegeben wird. Ursachen können Überschreitung der Farbsättigungsgrenze von Textilien, nicht ausreichende Fixierung der Farbe oder unsachgemäße Wäschebehandlung sein. Farbkräftige Bekleidungstextilien sollten beim ersten Mal getrennt gewaschen werden.

Avivieren / Avivage

Faserpräparationen, um die Garnqualität zu verbessern und eine weitgehend störungsfreie Fertigung zu erreichen. Dem Garn wird durch den Avivage-Film an der Faseroberfläche u.a. Geschmeidigkeit, Gleitfähigkeit und Weichheit für die nachfolgenden Web- oder Strickprozesse verleihen, wodurch bestimmte Reibungseigenschaften verbessert und eine Antistatik verliehen wird.

AZO-Farbstoffe

Synthetische Farbstoffe die zwei miteinander verbundene Stickstoffatome (N=N) besitzen. Bilden zahlenmäßig die größte Farbstoffklasse,etwa 60 % aller in der Textilindustrie verwendeten Farbstoffe sind Azo-Farbstoffe. Einige Azo-Farbstoffe, z. B. die auf Benzidin-Basis, können giftige oder krebserregende Amine freisetzen. Deren Verwendung ist deshalb in Deutschland und anderen Längern verboten. Die verbotenen Acrylamine sind in der Verordnung (EG) 1907/2006 (sogenannte REACH-Verordnung) auf EU Ebene geregelt.

BAT-Wert

Biologischer Arbeitsstoff-Toleranz-Wert: höchstzulässige Menge eines Arbeitsstoffesim Blut, Blutplasma, Harn oder der Atemluft eines Menschen, die nach dem gegenwärtigen Stand der wissenschaftlichen Kenntnis die Gesundheit des Beschäftigten an seinem Arbeitsplatz nicht beeinträchtigt.

Bausteinekonzept

Das LAI-Bausteinekonzept ist Bestandteil innerhalb des Bundesimmissionsschutzgesetzes. Es ist ein Emmissionsfaktorenkonzept unddient der Emissionsminderung und -überwachung bei Textilveredelungsanlagen (Abluft relevanten Textilmaschinen, z. B. Trockenanlagen.)

Bedarfsgegenständeverordnung

Textilien, die am Körper getragen werden, unterliegen dem Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) und damit der Bedarfsgegenständeverordnung. Diese regelt die Verbote bzw. Verwendungsbeschränkungen von Stoffen in Bedarfsgegenständen, also auch in Textilien und Accessoires. Die grundlegende Vorschrift dazu ist der § 3 BGV.

Berufsbekleidung

Berufs-, Sport- und Freizeitbekleidungsindustrie Die BESPO-Gruppe repräsentiert innerhalb des GermanFashion Modeverbandes insbesondere die Anbieter von Arbeits-, Berufs- und Schutzkleidung. Hervorgegangen ist die BESPO-Gruppe aus dem im Jahre 1946 gegründeten Fachverband der Berufs-, Sport- und Freizeitbekleidungsindustrie e.V. (BESPO-Verband). Bis zum Jahre 2004 war der BESPO-Verband ein eigenständiger Fachverband und vertrat die Interessen der deutschen Hosen-, Jeans- und Sportswearhersteller sowie die industriellen Anbieter von Arbeits-, Berufs- und Schutzbekleidung.

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Biologisch abbaubare Stoffe

Stoffe, die durch biologische Prozesse (z. B. durch Mikroorganismen oder Enzyme) vollständig abgebaut werden können.

Bleichen

Behandlung mit oxidierend oder reduzierend wirkenden Bleichmitteln, die die Eigenfärbung der Fasern und Verunreinigungen eliminiert. Meistens wird Wasserstoffperoxid eingesetzt. Chlorbleichmittel zum Bleichen von Baumwolle werden nicht mehr verwendet, da sie die Mikroorganismen in der biologischen Stufe von Kläranlagen schädigen und in Gewässern toxisch auf Fische wirken.

BSCI

Die „Business Social Compliance Initiative“ (BSCI) wurde 2003 durch den europäischen Handelsverband Foreign Trade Association gegründet. BSCI hat einen eigenen Code of Conduct entwickelt, der sich im Wesentlichen an die ILO-Kernarbeitsnormen anlehnt. Der Code der BSCI ist anscheinend der europaweit am stärksten verbreitete Verhaltenskodex für soziale Standards in Produktionsländern. Seine Anwendung wird auch vom deutschen Bekleidungsfachverband GermanFashion empfohlen. 2009 erhielt die BSCI den Preis für Unternehmensethik des  Deutschen Netzwerks Wirtschaftsethik.

Bundes-Immissionsschutzgesetz

BImSchGist die Kurzbezeichnung für das deutsche Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge. Es soll Mensch, Natur und Umwelt vor schädlichen Immissionen, z. B. Abgase, Staub, Erschütterungen, Licht und Lärm schützen und stellt direkte Anforderungen an einzelne Anlagen. Teile der Textilindustrie sind direkt von den Regelungen der 4. Verordnung des BImSchG betroffen. Die Überwachung obliegt den zuständigen Landesbehörden.

Bündnis für nachhaltige Textilien

auch: Textilbündnis

Das Bündnis für nachhaltige Textilien wurde im Oktober 2014 auf Initiative von Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller durch Unternehmen der Textil- und Bekleidungsindustrie, des Handels, der Gewerkschaften, Verbände und Zivilgesellschaft gegründet. Inzwischen gibt es mehr rund 180 Mitglieder (April 2016).

Erklärtes Ziel ist es, soziale, ökologische und ökonomische Verbesserungen entlang der Textilkette zu erreichen. Von allen Mitgliedern des Bündnisses – Regierung, Unternehmen, Zivilgesellschaft, Verbände, Gewerkschaften, Standardorganisationen, etc. – wird gleichermaßen erwartet, ihre jeweiligen Kompetenzen vor dem Hintergrund ihrer fachlichen Schwerpunkte und ihrer Funktion und Position in der Lieferkette einzubringen und ihren Einfluss geltend zu machen.

Die Beteiligten haben sich auf Bündnisstandards verständigt, um zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern der Textil- und Bekleidungsindustrie beizutragen. Bei der Verfolgung der sozialen und ökologischen Ziele wird der Aspekt der Wirtschaftlichkeit von Unternehmen maßgeblich berücksichtigt. Auch Grenzen der Machbarkeit, im Besonderen von kleinen und mittelständischen Unternehmen, werden beachtet.

Carrier

Färbebeschleuniger. Ermöglicht das Färben von Polyester schon bei Kochtemperatur. Chlororganische Carrier sind toxisch und dürfen seit Anfang 2000 wegen der hohen Abwasserbelastung nicht mehr verwendet werden. Bei Hochtemperaturfärbeverfahren (bis 125°C) kann teilweise auf Carrier verzichtet werden.

Cellulosefasern

Dazu gehören Pflanzenfasern wie Baumwolle und cellulosische Chemiefasern (auch Regeneratfasern) wie Viskose.

Clean Clothes Campaign

Die Clean Clothes Campaign (CCC) ist ein internationales Netzwerk aus Organisationen, Vereinen und Verbänden. In der deutschen Kampagne für Saubere Kleidung sind 20 überwiegend kirchliche und gewerkschaftliche Institutionen organisiert. Nach Selbstauskunft vertritt sie die Interessen von Arbeitnehmern und Verbrauchern. Diese sollen durch einen verpflichtenden Kodex durchgesetzt werden. Neben den grundlegenden Arbeitsstandards stellt der Kodex hohe Anforderungen an Unternehmen, insbesondere existenzsichernde Löhne (siehe auch Living Wage). CCC fordert eine unabhängige Kontrolle der Einhaltung der Kriterien des Codes.

Code of Conduct der deutschen Textil- und Modeindustrie

Der Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie (t+m) hat 2010 einen Code of Conduct für die Branche erarbeitet und beschlossen. Im Jahr 2015 wurde dieser grundlegend überarbeitet und erneut beschlossen. Er steht sowohl den Mitgliedsunternehmen der Verbände als auch nicht verbandlich organisierten Unternehmen offen. Der Code hat Vorbildcharakter; er stellt eine Empfehlung für sozial- und umweltverantwortliches Geschäftsverhalten dar. Viele Unternehmen orientieren sich daran. Die Umsetzung der Kriterien des Codes wird durch t+m nicht überprüft.

Downcycling

Ist eine Form des Recycling, bei der es zu einer Abwertung des Abfallmaterials kommt.

Einheitsbedingungen

Die Einheitsbedingungen der deutschen Textilwirtschaft stellen die maßgeblichen Zahlungs- und Lieferbedingungen der Branche dar. Diese wurden mit Wirkung zum 1. Januar 2020 aktualisiert.

Die Lieferbeziehungen in der deutschen Textilwirtschaft sind von den Einheitsbedingungen geprägt. Aufgrund ihrer besonderen Fairness werden sie sowohl von den Lieferanten als auch auf Abnehmerseite geschätzt und anerkannt.

Die zuständigen Fachorganisationen der deutschen Textilwirtschaft haben die Einheitsbedingungen mit Wirkung zum 1. Januar 2020 an die AGB-rechtlichen Entwicklungen angepasst. Die Neufassung der Einheitsbedingungen als Lese- und Druckversion können Sie unten im Downloadbereich abrufen.

Für die richtige Verwendung der angebotenen Textfassungen und zum besseren Verständnis der Einheitsbedingungen beachten Sie bitte die Hinweise im Merkblatt. Dieses finden Sie ebenfalls im Downloadbereich.

Emissionen

Aussendung von Störfaktoren in die Umwelt. Typische Beispiele sind gas-/feinstaubförmige Schadstoffe, flüssige oder staubförmige Emissionen wie z. B. Abwasser, Abluft und Abfall. Die Anforderungen sind in entsprechenden Gesetzen, Verordnungen und Vorschriften des Bundes und der Länder verankert.

Enthärter

Binden den Kalk im Wasser und verhindern Ablagerungen an Wäsche und Waschmaschine. Das früher verwendete Phosphat wurde aufgrund seiner Düngewirkung (Gewässereutrophierung) durch z. B. Natrium-Aluminium-Silikate (Zeolith) ersetzt.

Enzyme

Biokatalysatoren, die in lebenden Zellen Stoffwechselvorgänge im Organismus steuern. Enzyme in Waschmitteln spalten Eiweiß-, Fett-, Zellulose- und Stärkepartikel, die im Schmutz enthalten sind. Waschmittelenzyme können bei empfindlichen Menschen Hautreizungen und Allergien verursachen.

Erbschaftssteuer

Die politische Diskussion um die Erbschaftsteuer wird schon seit Jahren kontrovers geführt. Im Dezember 2014 erklärte das Bundesverfassungsgericht die aktuelle Gesetzeslage für verfassungswidrig, nach der Unternehmenserben von der Erbschaftsteuer befreit sind, wenn sie das Unternehmen sieben Jahre fortführen. Das Bundesverfassungsgericht hat aber nicht festgestellt, dass Verschonungsregeln für betriebliche Vermögensübertragungen grundsätzlich verfassungswidrig sind. Inzwischen liegen Eckpunkte des Bundesfinanzministeriums für eine Neuregelung vor, die zu einer erheblich höheren Belastung der Unternehmenserben führen würden. Dies trifft auch die mittelständisch geprägte deutsche Textil- und Modeindustrie. Das Präsidium von t+m beschließt: 1.    Das neue Erbschaftsteuerrecht darf die Existenz von Unternehmen und Arbeitsplätzen nicht gefährden. Ein Generationenwechsel muss ermöglicht werden, ohne dass die Erben das Unternehmen ganz oder in Teilen verkaufen müssen, um die Erbschaftsteuer zahlen zu können. Dies entspricht auch dem Koalitionsvertrag von CDU und SPD. 2.    Die Bundesregierung wird aufgefordert, die verfassungsgerichtliche Entscheidung so umzusetzen, dass möglichst wenige zusätzliche Belastungen für Unternehmen entstehen. 3.    Deswegen soll eine hohe Untergrenze eingeführt werden. Vererbte Unternehmens­teile, deren Wert darunter liegt, sollen weiterhin ohne zusätzliche Bedürfnisprüfung die erbschaftsteuerliche Verschonungsregelung in Anspruch nehmen können. 4.    Insbesondere Familienbetriebe werden in der Regel nicht am Kapitalmarkt gehandelt. Die Gesellschafter haben ihr eingelegtes Kapital dort langfristig gebunden und dürfen nach den geltenden Gesellschaftsverträgen meist nur einen Bruchteil der Gewinne aus dem Unternehmen entnehmen. Deswegen sind die Abfindungs- und Entnahmeregelungen bei der Ermittlung der Erbschaftsteuer zu berücksichtigen. 5.    Das Privatvermögen des Erben soll nicht zur Begleichung der Erbschaftsteuer herangezogen werden. Stand: 30.04.2015

Extrudieren

Thermoplastisches Verfahren zum Spinnen von Chemiefasern mit Hilfe von Spinnköpfen, die mit feinsten Düsen ausgestattet sind.

Fair Wear Foundation

Die Fair Wear Foundation (FWF) ist eine Multi-Stakeholder-Initiative zur Verbesserung der sozialen Mindeststandards bei der Konfektionierung von Bekleidung. Ökologische Kriterien stehen nicht im Fokus. FWF auditiert ihre Mitglieder bzgl. der Einhaltung der Kriterien des FWF-Verhaltenskodex. Diese sind neben den ILO-Kernarbeitsnormen ebenfalls existenzsichernde Löhne. Siehe auch Living Wage. Die FWF kooperiert mit der Clean Clothes Campaign.

Färbeflotte (Färbebad)

Wässrige Flüssigkeit, in der die zum Färben der Textilien erforderlichen Farbstoffe und Textilhilfsmittel gelöst sind.

Farbmittel

Sammelbezeichnung für alle farbgebenden Stoffe. Sie werden nach ihrer chemischen Zusammensetzung in anorganische und organische Farbmittel eingeteilt. In beiden Gruppen kann weiterhin unterschieden werden nach Löslichkeit, Farbgebung und Herkunft.

Farbstoffe

Unterklasse der Farbmittel in Bezug auf die Löslichkeit. Farbstoffe lösen sich in Wasser oder organischen Lösemitteln auf.

Filament

Endlosfaser aus Chemiefasern oder Naturseide (im Gegensatz zur Stapelfaser).

Fixieren

Stabilisieren von Veredlungseffekten von Fasern durch physikalische und/oder chemische Vorgänge ( z. B. Farbechtheit, Formbeständigkeit, Knitterfrei-Ausrüstung) . Man unterscheidet:
  • Thermofixierung durch Heißluft bei 150 - 225 °C (Polyester)
  • Hydrofixierung mit Wasser bei 125 - 135 °C (Polyamid)
  • Dampffixierung bei 105- 135 °C

Flotte

Meist wässriges Lösebad. in dem Textilien behandelt (gefärbt, gebleicht, ausgerüstet) werden. Die Flotte muss in der Kläranlage behandelt oder als Konzentrat entsorgt werden.

Forschungsinstitute

Das in Berlin ansässige Forschungs­kuratorium Textil e. V. (FKT) koordiniert als Dachverband der 16 deutschen Textilforschungsinstitute und als eines von über 100 Industrie­zweiggremien innerhalb der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) einen Teil der institutionellen Textilforschung.

Übersicht der Textilforschungsinstitute

Fungizide

Chemischer oder biologischer Wirkstoff zur Abtötung von Pilzen und Sporen oder zur Vermeidung ihres Wachstums.

Geotextilien

Flächenhafte und durchlässige Textilien in Form von Geweben, Vliesstoffen und Verbundstoffen für den Einsatz im Bau- und Bauwesen (Straßenbau, Fluss-, Kanal- und Seeuferbau). Sie werden zum Trennen, Dränen (Drainagieren), Filtern, Bewehren, Schützen, Verpacken und Erosionsschutz eingesetzt.

Hochveredelung

Auch Pflegeleicht-Ausrüstung genannt, als Sammelbegriff für dieBehandlung von Textilien aus Pflanzenfasern oder cellulosischen Chemiefasern und deren Mischungen, die meist durch das Aufbringen von Kunstharzen die Wasseraufnahme und damit die Quellung herabsetzt. Dadurch werden die Textilien knitterbeständiger, formstabiler und trocknen schneller.

Humanökologie

Behandelt die Beziehung von Menschen und deren Beziehung zur (natürlichen) Umwelt. Betrifft die Gebrauchsphase von Textilien (Pflege und Auswirkungen auf die Gesundheit).

Hydrophob

Bedeutet „wassermeidend“ und ist die Eigenschaft, Flüssigkeiten wie Wasser abperlen zu lassen. Siehe auch Hydrophobierung.

Hydrophobierung

Verfahren zur Ausrüstung von Textilien, die ein Abperlen von auftropfendem Wasser bewirken (wasserabweisende Textilausrüstung).

ILO / International Labour Organization /Internationale Arbeitsorganisation

Die International Labour Organization (ILO) ist eine Sonderorganisation der UN. Sie soll weltweit arbeitsrechtliche Standards setzen und weiterentwickeln. Sie ist tripartistisch aufgebaut: Jeder ILO-Mitgliedsstaat entsendet zwei Vertreter der jeweiligen Regierung sowie zwei Vertreter der Sozialpartner.
Vier Grundprinzipien bestimmen Selbstverständnis und Handeln der ILO:
  • Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen
  • Beseitigung der Zwangsarbeit
  • Abschaffung der Kinderarbeit
  • Verbot der Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf
Die ILO hat diese Grundprinzipien in acht Übereinkommen, die auch als Kernarbeitsnormen (KAN) bezeichnet werden, konkret ausgestaltet. Die Kernarbeitsnormen werden international als Mindeststandards anerkannt. :
  • Vereinigungsfreiheit und Schutz des Vereinigungsrechtes (KAN 187)
  • Vereinigungsrecht und Recht zu Kollektivverhandlungen (KAN 98)
  • Zwangsarbeit (KAN 29)
  • Abschaffung der Zwangsarbeit (KAN 105)
  • Gleichheit des Entgelts (KAN 100)
  • Diskriminierung (Beschäftigung und Beruf) (KAN 111)
  • Mindestalter (KAN 138)
  • Verbot und unverzügliche Maßnahmen zur Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit (KAN 182)

Jeanseausrüstung

Die Optik einer Jeans ist ein wichtiges Verkaufsargument. Um verschiedene Effekte zu erzielen, werden verschiedene Oberflächenbehandlungen zum Einsatz gebracht:
  • „Millwash“ oder “Rinsewash“ - das Gewebe oder die fertige Jeans wird in Trommelwaschmaschinen entschlichtet.
  • „Stonewash“ - eine Wäsche mit Bimssteinen oder eine enzymatische Behandlung.
  • „Moonwash“ - eine aufwändige Wäsche mit Bimssteinen, die mit Bleichmittel getränkt sind. Die erhabenen Stellen des Gewebes werden dabei stark gebleicht.
  • „Bleach“ oder „White Bleach“ - die Bleiche erfolgt mit reduzierenden Substanzen.
  • „Overdyed“ - stonewashed Jeans werden mit anderen Farben überfärbt (Bicolor-Effekt).
  • „Damaged Look“ - teilweise Zerstörung der Hose durch Einschneiden oder Schießen mit Schrotflinten auf die Hose. Als Nachweis steckt eine leere Schrotpatrone in der Hosentasche.
  •  „Scrubbed Look“ - zur Erzielung einer wildlederartigen Oberfläche wird die Hose mit Drahtbürsten geschrubbt.
  • „Thermo-Denim“ oder „Winter-Denim“ - das Gewebe wird vor der Konfektion auf der Innenseite aufgeraut.

Kalandrieren

Erfolgt am Kalender und spielt als Schlussbehandlung in der Textilveredelung eine besondere Rolle. Die textile Fläche wird zwischen Walzen unter Druck zur Erzeugung von Glanz, Glätten der textilen Fläche, Verdichten der Ware und ggf. Einprägen von Musternhindurchgeführt.

Kaltweilverfahren

Der Reaktionsprozess (z. B. Entschlichten. Bleichen, Färben) erfolgt bei Raumtemperatur über längere Zeit, spart so Energie und ist ökologisch und ökonomisch vorteilhaft.

Karbonisieren

Behandeln von Rohwolle mit verdünnter Schwefelsäure oder anderen Säuren zum Entfernen zellulosehaltiger Bestandteile, wie pflanzliche Verunreinigungen. Daran schließt sich eine Heißbehandlung an.

Kaschieren

Ist die Berbindung zweier oder mehrerer textiler Flächen mioteinander oder die Verbindung textiler Flächen mit Papier, Folien, Schaumstoffen usw. Die Verbindung kann durch einen Kleber erfolgen oder durch thermisches Kaschieren.

Krumpfen

Stoffbehandlung mit mechanischen Krumpfeinrichtungen für gewolles Krumpfen (Schrumpfen), um ein Einlaufen bei der anschließenden Nassbehandlung und der Haushaltswäsche zu verhindern. Auch Sanforisieren genannt.

Lanolin

Aus der Rohwolle ausgewaschenes und gereinigtes Wollfett, das in der Kosmetikindustrie Verwendung findet.

Laugieren

Behandlung von Baumwolltextilien mit Natronlaugelösung ohne Spannung. Bewirkt eine Quellung der Faser wodurch diese sich verdichtet, vergleichmäßigt undeine Erhöhung der Saug- und Farbaufnahmefähigkeit erzielt wird. Da es sich um ein kostspieliges Verfahren handelt, wird es nur sehr selten angewandt.

Lieferkette

Die Lieferkette für Bekleidungsprodukte ist außerordentlich diversifiziert. Alleine an der Herstellung eines Herrenoberhemdes sind einschließlich Logistik mehr als 140 Unternehmen in verschiedenen Staaten beteiligt: z.B. Baumwolle aus Indien, Garnherstellung in Korea, Weben eines Stoffes in Thailand, Veredelung in Deutschland, Konfektion in der Türkei und Verkauf in vielen Staaten einschließlich der jeweiligen Lieferwege; hinzu kommen die Lieferketten von Knöpfen, Etiketten, Einlagen, Nähgarn usw.. Für komplexere Kleidung ist die Kette noch erheblich länger. Viele deutsche Firmen kennen ihre jeweiligen Geschäftspartner. Sie sind an stabilen, langfristigen Geschäftsbeziehungen interessiert, weil sie verlässliche Produktion und Lieferungen benötigen. Teilweise werden Geschäftspartner auch durch Agenten vermittelt; dann sind die Kenntnisse der Lieferkette erheblich begrenzter. An den komplexen Lieferketten von Bekleidung sind viele Unternehmen aus aller Welt beteiligt. Unser Erklärvideo verdeutlicht, wie viele Unternehmen allein an der Herstellung eines durchschnittlichen Herrenoberhemdes beteiligt sind.

Living Wage / Existenzsichernde Löhne

wird von NGOs als ein berufliches Einkommen bezeichnet, das die wesentlichen Bedürfnisse des Arbeitnehmers (+ ggf. seiner Familien), d. h. Nahrung, Unterkunft, Kleidung, Bildung, Gesundheit, abdeckt und etwas frei verfügbares Einkommen sichert. Tatsächlich ist eine einheitliche Definition nicht vorhanden. Das living wage variiert von Staat zu Staat, ja es kann sogar innerhalb eines Landes sehr unterschiedlich sein (Land vs. Großstadt).

Mercerisieren

Behandlung von Baumwolltextilien mit Natronlauge unter Zugspannung wird der Faserquerschnitt rund. Man erzielt eineVerbesserung von Glanz, Reißfestigkeit, Formstabilität und Farbstoffaufnahme.

Metamerie

Metamere oder bedingt gleiche Färbungen weisen zwei oder mehr Farbvorlagen auf, die bei einer Lichtquelle (z. B. Tageslicht) die gleiche Farbe haben, bei anderen Lichtquellen wie Glüh- oder Neonlampen aber unterschiedlich aussehen. Um denselben Farbeindruck zu erreichen, müssen Farben mit gleichen Farbremissionswerten verwendet werden.

Mikrofasern

Sind im Allgemeinen Chemiefasern und –filamente, deren Feinheit zwischen 0,3 und 1,0 dtex liegt (1 dtex: 10.000 Meter dieses Garns wiegen ein Gramm). Mikrofasern wurden ursprünglich vor allem für Outdoorkleidung und Funktionstextilien eingesetzt, da sie durch die sehr feinen Poren Schweiß (Wasserdampf) von innen nach außen durchlassen, während sie Wassertropfen von außen abhalten. Heute werden Sie aber auch in vielen weiteren Bereichen verwendet.

Millenniumsziele der UN

Im Jahr 2000 verabschiedete die UNO-Vollversammlung acht Millenniumsziele. Dazu zählt die Halbierung der weltweiten Armut zwischen 1990 und 2015. Zu den Forderungen deutscher Befürworter zählt auch, die Summe der staatlichen Entwicklungshilfe auf 0,7 Prozent des Haushalts anzuheben. Diese Höhe weist der Bundeshaushalt zurzeit nicht aus; er liegt bei etwa 0,4 Prozent.

MKA

Maximale Arbeitsplatz-Konzentration: Höchstzulässige Konzentration eines Stoffes als Gas, Dampf oder Schwebestoff in der Atemluft am Arbeitsplatz, damit die Gesundheit des Beschäftigten keinen Schaden nimmt.

Mottenschutz

Behandlung von Textilien aus Wolle und anderen Tierhaaren, um die Schädigung durch Raupenfraß von Kleider- und Pelzmotten zu verhindern.

Nano

Das Wort Nano leitet sich vom griechischen Begriff nanos, der Zwerg, ab. Es steht synonym für eine Größenkategorie bzw. Längeneinheit. Ein Nanometer ist der milliardste Teil eines Meters (1 nm = 0,000 000 001 m). Ein menschliches Haar hat eine Breite von etwa 80.000 Nanometern (nm). Anwendungsfelder für Nanotechnologie finden sich im Bereich von Textilien beispielsweise zur Geruchsbekämpfung und Brandvorbeugung, als UV-Schutz und um anti-bakterielle, wasser- und schmutzabweisende Wirkungen zu erzielen.

OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen

Die OECD-Leitsätze formulieren nicht rechtsverbindliche Grundsätze und Maßstäbe für verantwortungsvolles Handeln multinationaler Unternehmen bei Auslandsinvestitionen und für die Zusammenarbeit mit ausländischen Zulieferern. Sie geben Empfehlungen u. a. zu Menschenrechten, Arbeitsbeziehungen (inkl. Löhne), Umwelt, Korruption, Verbraucherinteressen, Wettbewerb und Besteuerung ab. Die Leitsätze beziehen sich auf internationale Vereinbarungen wie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und die ILO-Kernarbeitsnormen und betonen das Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung sowie das Vorsorgeprinzip. Im Kern besagen die Leitsätze, dass Unternehmen negative Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit erkennen und diese verhindern sollen, sowie im Falle des Verletzens der Leitsätze schädigendes Verhalten einstellen und Maßnahmen zur Wiedergutmachung – im Rahmen ihrer Einflussmöglichkeiten - einführen sollen. Gewerkschaften, NGOs, Einzelpersonen und andere Unternehmen können bei einem Verstoß gegen die Leitsätze ein Mediationsverfahren zwischen den Parteien vor den Nationalen Kontaktstellen, welche die Unterzeichnerstaaten für die Überwachung der Einhaltung der Leitsätze einzurichten haben (in Deutschland beim Bundeswirtschaftsministerium), anstrengen.

Ökobilanz

Erfassung aller ökologisch relevanten Daten wie z. B. Energieeinsatz und Emissionen bei der Produktion, dem Transport, dem Gebrauch und der Entsorgung. Die Umweltverträglichkeit des Produkts und der Herstellungsverfahren wird mit anderen verglichen, um ökologisch optimale Lösungen zu finden.

Oleophob

Ist die Eigenschaft z.B. bei ausgerüsteten Textilien „ölabweisend“ zu sein. Siehe auch Oleophobieren.

Oleophobieren

Aufbringen schmutz- und ölabweisender TextilhilfsmitteI auf Textilien.

Optische Aufheller

Fluoreszierende Substanzen, die durch das Sichtbarmachen des ultravioletten Lichts den Weißgrad und die Leuchtkraft von Farben auf Textilien erhöhen.

Pigmente

Unterklasse der Farbmittel in Bezug auf die Löslichkeit. Pigmente sind farbgebende Substanzen. Sie sind im Gegensatz zu Farbstoffen im Anwendungsmedium (der textilen Faser / Fläche) unlöslich. wasserunlösliche, organische, synthetisch hergestellte Farbmittel, die im Textildruck verwendet werden.

Polymerisation

Reaktionsprozess bei der Herstellung synthetischer Fasern, bei dem durch Aneinanderfügen chemischer Einzelbausteine (Monomere) lange Molekülketten (Polymere) entstehen. Diese bilden das Ausgangsmaterial, aus dem die Fasern gesponnen werden.

Präparationsmittel

Aus Ölen, Fetten und Tensiden bestehende Spezialprodukte, die den behandelten Fasern eine erhöhte Geschmeidigkeit, Weichheit, Haft- und Gleitfähigkeit sowie antistatische Eigenschaften verleihen. Sie können vor dem Spinnen oder vor der Weiterverarbeitung von Garnen eingesetzt werden. Der Anwender muss darauf achten, dass die verwendeten Produkte bei der nachfolgenden Verarbeitung in der Textilveredlung thermostabil und biologisch gut abbaubar sind.

Produktionsökologie

Umweltschutz im Zusammenhang mit Produktionsprozessen. Umfasst alle notwendigen Faktoren zur Herstellung und Gewinnung textiler Rohstoffe, zu deren Verarbeitung, Veredlung, Konfektionierung und Transport.

Produktlebensdauer

Zeitraum der Nutzung eines Textils von der Herstellung bis zur Entsorgung.

Quadrillé

Der französische Begriff Quadrillé bedeutet übersetzt „kariert“ und bezeichnet eine kleinkarierte, kleingewürfelte Musterung, die durch Weben oder Bedrucken entstehen kann.

Rana Plaza Donors Trust Fund

Im Anschluss an die eingestürzte Fabrik in Bangladesch am 24. April 2013 wurde diese Stiftung gegründet, in die alle im Rana Plaza Gebäude produzierenden Firmen aufgefordert wurden einzuzahlen. Ziel war es, den Opfern bzw. ihren Hinterbliebenen eine Soforthilfe sowie weitere Zahlungen zukommen zu lassen, um die Not zu lindern. Einige große Handelsketten haben bereits Zahlungen geleistet. Andere Unternehmen weigerten sich zur Einzahlung da sie nach eigenen Angaben zu dem Zeitpunkt des Unglücks nicht in der betroffenen Fabrik bzw. in Bangladesch haben fertigen lassen. Gleichwohl richtet sich der Fond umfassend an alle in Bangladesch produzierenden Unternehmen. Ein Jahr nach dem Unglück war der Fond noch nicht zur Hälfte gefüllt.

Recycling

Oberbegriff für die Wiederverwendung, Weiterverwertung, Wiederverwertung oder energetische Nutzung von Abfalltextilien. Recyclingverfahren vermindern die Abfallmenge und schonen die Ressourcen.

Recycling

Oberbegriff für die Wiederverwendung, Weiterverwertung, Wiederverwertung oder energetische Nutzung von Abfalltextilien. Recyclingverfahren vermindern die Abfallmenge und schonen die Ressourcen. Es wird weiterhin unterschieden zwischen Downcycling und Upcycling.

Ruggie, John - Ruggie-Principles

John Ruggie war 2005-2011 UN-Sonderbeauftragter für Unternehmen und Menschenrechte. Im Juni 2011 hat der UN-Menschenrechtsrat die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte („Guiding Principles on Business and Human Rights“) verabschiedet, die auf Ruggies Prinzipien zurückgehen:
  • Protect: Es ist Aufgabe des Staates, die Menschen in seinen Grenzen vor Menschen-rechtsverletzungen zu schützen.
  • Respect: Es ist die Pflicht der Unternehmen, die Menschenrechte zu respektieren und die dazu nötigen Managementstrukturen aufzubauen.
  • Remedy: Es müssen juristische wie nicht-juristische Beschwerdemechanismen entwickelt und gestärkt werden, um die Abwehr von Menschenrechtsverletzungen zu verbessern.
Unternehmen können für gute Arbeitsverhältnisse sorgen. Bei sich selbst müssen sie die Einhaltung der Menschenrechte sowie von Recht und Gesetz garantieren, z. B. Versammlungsfreiheit. Sie wären aber damit überfordert staatliche Aufgaben zu erfüllen. Die Garantie und Kontrolle der Einhaltung der Menschenrechte in Staaten ist staatliche Angelegenheit. Eine Verlagerung der Verantwortung auf Unternehmen würde Staaten aus der Pflicht nehmen.

Sauerstoffbleiche

Chlorfreies Bleichverfahren mit Hilfe von Wasserstoffperoxid (Peroxidbleiche).

Schlichten

Behandlung der Kettfäden mit stärkehaltigen oder anderen Schlichtemitteln, die die Kettfäden  zum Schutz vor mechanischer Beanspruchung beim Weben fester und widerstandsfähiger machen.

Schmälzen

Auftragen von ölig-flüssigen Substanzen auf Fasern, die für den Spinnprozess vorbereitet werden. Erhöht die Gleitfähigkeit, Dehnbarkeit, Schmiegsamkeit und Formbarkeit (Präparationsmittel).

Schutzkleidung

Die Schutzkleidung stellt einen interessanten Markt im Bereich der Berufs- und Arbeitsbekleidung dar. Mit Schutzkleidung erwirtschaftet die Bekleidungsbranche einen großen Umsatzanteil. Wer Schutzkleidung in Deutschland oder in der EU herstellen und verkaufen will, benötigt ein ganz spezielles Know-how: Schutzkleidung ist vor dem Verkauf auf ihre Schutzwirkung zu überprüfen. Zur Webseite

SMART Myanmar

t+m engagiert sich im Rahmen des EU-geförderten Projekts SMART Myanmar aktiv für den Aufbau einer nachhaltigen Bekleidungsindustrie in Myanmar. Das EU-Projekt läuft von 2013 bis 2015. Wir sind einer der wichtigen Projektpartner, die sich mit personellem und finanziellem Aufwand engagieren.

Tenside

Grenzflächenaktive Verbindungen, die die Oberflächenspannung einer Flüssigkeit oder die Grenzflächenspannung zwischen zwei Phasen herabsetzen und so das Netzen, Waschen, Reinigen und Egalisieren in der Veredlung erleichtern.

Textilbündnis

auch: Bündnis für nachhaltige Textilien Das Bündnis für nachhaltige Textilien wurde im Oktober 2014 auf Initiative von Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller durch Unternehmen der Textil- und Bekleidungsindustrie, des Handels, der Gewerkschaften, Verbände und Zivilgesellschaft gegründet. Inzwischen gibt es mehr rund 180 Mitglieder (April 2016). Erklärtes Ziel ist es, soziale, ökologische und ökonomische Verbesserungen entlang der Textilkette zu erreichen. Von allen Mitgliedern des Bündnisses – Regierung, Unternehmen, Zivilgesellschaft, Verbände, Gewerkschaften, Standardorganisationen, etc. – wird gleichermaßen erwartet, ihre jeweiligen Kompetenzen vor dem Hintergrund ihrer fachlichen Schwerpunkte und ihrer Funktion und Position in der Lieferkette einzubringen und ihren Einfluss geltend zu machen. Die Beteiligten haben sich auf Bündnisstandards verständigt, um zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern der Textil- und Bekleidungsindustrie beizutragen. Bei der Verfolgung der sozialen und ökologischen Ziele wird der Aspekt der Wirtschaftlichkeit von Unternehmen maßgeblich berücksichtigt. Auch Grenzen der Machbarkeit, im Besonderen von kleinen und mittelständischen Unternehmen, werden beachtet.

Textilkennzeichnung

Die Europäische Textilkennzeichnungsverordnung - Verordnung (EU) 1007/2011 legt die Vorschriften über die Bezeichnungen von Textilfasern und die damit zusammenhängende Etikettierung und Kennzeichnung der Faserzusammensetzung von Textilerzeugnissen fest, um das Funktionieren des Binnenmarkts zu verbessern und den Verbrauchern zutreffende Informationen zur Verfügung zu stellen. Am 24.02.2016 ist das neue Textilkennzeichnungsgesetz (TextilKennzG) in Kraft getreten.

Das neue TextilKennzG schafft im Wesentlichen den Rechtsrahmen für die Durchführung und den Vollzug der europäischen Textilkennzeichnungsverordnung.

Der Gesamtverband textil+mode hat einen Leitfaden zur Textilkennzeichnung erstellt, der Sie über die Regelungen informiert.

Texturieren

Sammelbegriff der Verfahren der künstlichen Kräuselung von ursprünglich glatten Chemiefasern. Damit wird z. B. die Bauschkraft und Elastizität der Fasern erhöht.

Thermofixieren

Verfestigung von Formveränderungen (z. B. Texturieren) und Stabilisierung von Faserstrukturen in Textilien (z. B. bei Maschenwaren). Durch Hitzeeinwirkung entwickeln sich chemische Bindungsreaktionen auf der Faser.

Ultrafiltration

Verfahren zur Abwasserreinigung mit Hilfe von halbdurchlässigen Membranen, wobei größere Moleküle (z. B. Textilhilfsmittel) von kleineren (z. B. Wasser) getrennt werden. Wird u. a. in der Schlichterückgewinnung eingesetzt.

UN Global Compact

Der Global Compact ist eine freiwillige Initiative zur Förderung nachhaltiger Entwicklung und gesellschaftlichen Engagements. Unternehmen können sich durch eine Erklärung zu einem Katalog von Grundwerten aus den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung zu bekennen und für ihre Unterstützung eintreten. Die Grundlagen der zehn universell anerkannten Prinzipien des Global Compact aus den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung sind:
  • die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte,
  • die Erklärung über grundlegende Prinzipien und Rechte bei der Arbeit der Internationalen Arbeitsorganisation,
  • die Grundsätze der Erklärung von Rio zu Umwelt und Entwicklung
  • die UN-Konvention gegen Korruption

Der UN Global Compact ist eine Multi-Stakeholder-Initiative, in der neben den „beigetretenen“ Unternehmen auch Vertreter von NGOs mitwirken und einen jährlichen Bericht herausgeben.

Upcycling

Ist eine Form des Recycling, bei der es zu einer Aufwertung des Abfallmaterials kommt. Abfallmaterialien werden zur Schaffung von neuen Produkten verwendet.

Veredelung

Darunter fasst man alle textilen Arbeitsprozesse zusammen, die außerhalb der Fasergewinnung, Garnerzeugung und Flächenbildung geeignet sind, Textilien zu veredelnz.B. durch Farbgebung (Färben, Drucken) ,Verbesserung der Verarbeitungs- und Gebrauchseigenschaften (Appretur) usw..

Verursacherprinzip

Grundsatz der Umweltpolitik. Darin ist festgehalten, dass jeder die Kosten für sein eigenes Umwelt schädigendes Verhalten zu tragen hat. Dies gilt für Produzenten und Verbraucher.

Wassergefährdungsklassen (WGK)

Einteilung von Stoffen aufgrund ihres Potentials zur Verunreinigung von Wasser in:
  • WGK I: schwach wassergefährdend
  • WGK 2: wassergefährdend
  • WGK 3: stark wassergefährdend

Weichmachungsmittel / Weichgriff Ausrüstung

Oberbegriff von Substanzen die dazu verwendet werden, bei textilen Erzeugnissen einen weichen und geschmeidigen Griff, Glätte und Elastizität zu erzielen.

Zippergarage

Auch Reißverschluss- oder Kragen-Garage genannt. Die Zippergarage verhindert, dass der Reißverschluss den Träger oder die Trägerin am Hals klemmt oder gar verletzt. Auch das Einklemmen von Schals oder Tüchern wird so verhindert. Dieses nützliche Detail findet man häufig bei Oberbekleidung im Outdoor- und Sportbereich.