Glossar

Von Accord bis Zippergarage

Accord on fire and building safety in Bangladesh

Dieses Abkommen zur Verbesserung des Brandschutzes und der Gebäudesicherheit in Bangladesch wurde nach dem Unglück in Rana Plaza im April 2013 erarbeitet. Der Accord ist ein rechtlich bindendes Abkommen zwischen den internationalen Gewerkschaften IndustriALL und UNI Global, Gewerkschaften in Bangladesch sowie internationalen Marken und Einzelhändlern. Die internationale Arbeitsorganisation (IAO) hat einen unabhängigen Vorsitz. Die unterzeichnenden (Handels)unternehmen verpflichten sich zu Maßnahmen zur Verbesserung der genannten Themenfelder. Unterzeichnet haben mehrere internationale Handelsketten. Die staatliche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) begrüßt den Accord.

Acetat

In der Textilbranche werden Acetate mannigfaltig eingesetzt. Acetate haben Eigenschaften, die typisch für natürliche und synthetische Chemiefasern sind, da sie aus einem Stoff auf Grundlage von Zellulose bestehen. Die Fasern haben eine geringe Dichte, sind leichter als Wolle, Baumwolle, Seide oder Viskose. Es können aus Acetatfasern sehr voluminöse textile Flächengebilde hergestellt werden, da Acetate voluminöser gegenüber allen Stoffen aus anderen Faserstoffen trotz gleicher Flächenmasse sind. Acetatfasern werden oft als "Wollersatz" (thermoplastisch gekräuselte Stapelfasern) oder als "Seidenersatz" (feine glänzende Endlosfasern) verwendet. Kleidungsstücke aus Acetat sind sehr hitzeempfindlich, daher sind sie bei Niedrigtemperatur oder mit der Hand zu waschen. Der Wäschetrockner ist tabu.

ADI-Wert

Die Abkürzung steht für "acceptable daily intake", was in etwa als "duldbare tägliche Aufnahme" von Zusatzstoffen übersetzt werden kann. Der ADI-Wert gibt die Menge eines Stoffes in mg/kg Körpergewicht an, die der Mensch täglich auf Lebenszeit zu sich nehmen kann, ohne nachweisbare gesundheitliche Schäden davonzutragen.

Aerosol

Gemisch, das aus einem Gas und festen oder flüssigen Schwebstoffe in feinstverteilter Form besteht, z. B. Spraynebel.

Ammonium

Stickstoffverbindung, die in der Natur in erster Linie beim Abbau von Proteinen entsteht, z. B. beim biologischen Abbau von Aminen in Kläranlagen.

Anthropogen

lat. durch den Menschen beeinflusst oder verursacht. Bekanntes Beispiel: „anthropogener Klimawandel“.

Antimikrobielle Ausrüstung / Antibakterielle Ausrüstung

Ausrüstung, um Textilien so zu behandeln, dass bestimmte Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze in ihrer Vermehrung gehemmt werden. Besonders wichtig für Textilien, die im Objektbereich eingesetzt werden (Markisen, Planen, Zelte, Krankenhaustextilien, etc.).

Antistatische Ausrüstung

Erhöhung der elektrischen Leitfähigkeit an der Oberfläche der Fasern, um einer elektrostatischen Aufladung, besonders von Chemiefasern entgegenzuwirken und die Gebrauchseigenschaften zu verbessern. Die Ausrüstung erfolgt durch applizieren von permanenten (in der Faser beim Spinnprozess) oder auswaschbaren Hilfsmittel. Hat besondere Bedeutung für technische Textilien und im Teppichbodenbereich.

Appretur

Verfahren zur weiteren Veredlung von Textilien zur Veränderung der Oberfläche, der Trageeigenschaften oder der Pflegeeigenschaften (pflegeleicht, knitterarm, wasserabweisend, Prägeausrüstung u. a.). Es wird unterschieden zwischen Trocken- und Nassappretur.

Ausbluten

Überschüssiger Farbstoff der beim Waschen von Textilien an das umgebende Wasser abgegeben wird. Ursachen können Überschreitung der Farbsättigungsgrenze von Textilien, nicht ausreichende Fixierung der Farbe oder unsachgemäße Wäschebehandlung sein. Farbkräftige Bekleidungstextilien sollten beim ersten Mal getrennt gewaschen werden.

Avivieren / Avivage

Faserpräparationen, um die Garnqualität zu verbessern und eine weitgehend störungsfreie Fertigung zu erreichen. Dem Garn wird durch den Avivage-Film an der Faseroberfläche u.a. Geschmeidigkeit, Gleitfähigkeit und Weichheit für die nachfolgenden Web- oder Strickprozesse verleihen, wodurch bestimmte Reibungseigenschaften verbessert und eine Antistatik verliehen wird.

AZO-Farbstoffe

Synthetische Farbstoffe die zwei miteinander verbundene Stickstoffatome (N=N) besitzen. Bilden zahlenmäßig die größte Farbstoffklasse,etwa 60 % aller in der Textilindustrie verwendeten Farbstoffe sind Azo-Farbstoffe. Einige Azo-Farbstoffe, z. B. die auf Benzidin-Basis, können giftige oder krebserregende Amine freisetzen. Deren Verwendung ist deshalb in Deutschland und anderen Längern verboten. Die verbotenen Acrylamine sind in der Verordnung (EG) 1907/2006 (sogenannte REACH-Verordnung) auf EU Ebene geregelt.