Glossar

Accord on fire and building safety in Bangladesh

Dieses Abkommen zur Verbesserung des Brandschutzes und der Gebäudesicherheit in Bangladesch wurde nach dem Unglück in Rana Plaza im April 2013 erarbeitet. Der Accord ist ein rechtlich bindendes Abkommen zwischen den internationalen Gewerkschaften IndustriALL und UNI Global, Gewerkschaften in Bangladesch sowie internationalen Marken und Einzelhändlern. Die internationale Arbeitsorganisation (IAO) hat einen unabhängigen Vorsitz. Die unterzeichnenden (Handels)unternehmen verpflichten sich zu Maßnahmen zur Verbesserung der genannten Themenfelder. Unterzeichnet haben mehrere internationale Handelsketten. Die staatliche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) begrüßt den Accord.

ADI-Wert

Die Abkürzung steht für "acceptable daily intake", was in etwa als "duldbare tägliche Aufnahme" von Zusatzstoffen übersetzt werden kann. Der ADI-Wert gibt die Menge eines Stoffes in mg/kg Körpergewicht an, die der Mensch täglich auf Lebenszeit zu sich nehmen kann, ohne nachweisbare gesundheitliche Schäden davonzutragen.

Aerosol

Gemisch, das aus einem Gas und festen oder flüssigen Schwebstoffe in feinstverteilter Form besteht, z. B. Spraynebel.

Ammonium

Stickstoffverbindung, die in der Natur in erster Linie beim Abbau von Proteinen entsteht, z. B. beim biologischen Abbau von Aminen in Kläranlagen.

Anthropogen

lat. durch den Menschen beeinflusst oder verursacht. Bekanntes Beispiel: „anthropogener Klimawandel“.

Antimikrobielle Ausrüstung / Antibakterielle Ausrüstung

Ausrüstung, um Textilien so zu behandeln, dass bestimmte Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze in ihrer Vermehrung gehemmt werden. Besonders wichtig für Textilien, die im Objektbereich eingesetzt werden (Markisen, Planen, Zelte, Krankenhaustextilien, etc.).

Antistatische Ausrüstung

Erhöhung der elektrischen Leitfähigkeit an der Oberfläche der Fasern, um einer elektrostatischen Aufladung, besonders von Chemiefasern entgegenzuwirken und die Gebrauchseigenschaften zu verbessern. Die Ausrüstung erfolgt durch applizieren von permanenten (in der Faser beim Spinnprozess) oder auswaschbaren Hilfsmittel. Hat besondere Bedeutung für technische Textilien und im Teppichbodenbereich.

Appretur

Verfahren zur weiteren Veredlung von Textilien zur Veränderung der Oberfläche, der Trageeigenschaften oder der Pflegeeigenschaften (pflegeleicht, knitterarm, wasserabweisend, Prägeausrüstung u. a.). Es wird unterschieden zwischen Trocken- und Nassappretur.

BAT-Wert

Biologischer Arbeitsstoff-Toleranz-Wert: höchstzulässige Menge eines Arbeitsstoffesim Blut, Blutplasma, Harn oder der Atemluft eines Menschen, die nach dem gegenwärtigen Stand der wissenschaftlichen Kenntnis die Gesundheit des Beschäftigten an seinem Arbeitsplatz nicht beeinträchtigt.

Bausteinekonzept

Das LAI-Bausteinekonzept ist Bestandteil innerhalb des Bundesimmissionsschutzgesetzes. Es ist ein Emmissionsfaktorenkonzept unddient der Emissionsminderung und -überwachung bei Textilveredelungsanlagen (Abluft relevanten Textilmaschinen, z. B. Trockenanlagen.)

Ausbluten

Überschüssiger Farbstoff der beim Waschen von Textilien an das umgebende Wasser abgegeben wird. Ursachen können Überschreitung der Farbsättigungsgrenze von Textilien, nicht ausreichende Fixierung der Farbe oder unsachgemäße Wäschebehandlung sein. Farbkräftige Bekleidungstextilien sollten beim ersten Mal getrennt gewaschen werden.

Avivieren / Avivage

Faserpräparationen, um die Garnqualität zu verbessern und eine weitgehend störungsfreie Fertigung zu erreichen. Dem Garn wird durch den Avivage-Film an der Faseroberfläche u.a. Geschmeidigkeit, Gleitfähigkeit und Weichheit für die nachfolgenden Web- oder Strickprozesse verleihen, wodurch bestimmte Reibungseigenschaften verbessert und eine Antistatik verliehen wird.

AZO-Farbstoffe

Synthetische Farbstoffe die zwei miteinander verbundene Stickstoffatome (N=N) besitzen. Bilden zahlenmäßig die größte Farbstoffklasse,etwa 60 % aller in der Textilindustrie verwendeten Farbstoffe sind Azo-Farbstoffe. Einige Azo-Farbstoffe, z. B. die auf Benzidin-Basis, können giftige oder krebserregende Amine freisetzen. Deren Verwendung ist deshalb in Deutschland und anderen Längern verboten. Die verbotenen Acrylamine sind in der Verordnung (EG) 1907/2006 (sogenannte REACH-Verordnung) auf EU Ebene geregelt.

Bedarfsgegenständeverordnung

Textilien, die am Körper getragen werden, unterliegen dem Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) und damit der Bedarfsgegenständeverordnung. Diese regelt die Verbote bzw. Verwendungsbeschränkungen von Stoffen in Bedarfsgegenständen, also auch in Textilien und Accessoires. Die grundlegende Vorschrift dazu ist der § 3 BGV.

Berufsbekleidung

Biologisch abbaubare Stoffe

Stoffe, die durch biologische Prozesse (z. B. durch Mikroorganismen oder Enzyme) vollständig abgebaut werden können.

Carrier

Färbebeschleuniger. Ermöglicht das Färben von Polyester schon bei Kochtemperatur. Chlororganische Carrier sind toxisch und dürfen seit Anfang 2000 wegen der hohen Abwasserbelastung nicht mehr verwendet werden. Bei Hochtemperaturfärbeverfahren (bis 125°C) kann teilweise auf Carrier verzichtet werden.

Cellulosefasern

Bleichen

Behandlung mit oxidierend oder reduzierend wirkenden Bleichmitteln, die die Eigenfärbung der Fasern und Verunreinigungen eliminiert. Meistens wird Wasserstoffperoxid eingesetzt. Chlorbleichmittel zum Bleichen von Baumwolle werden nicht mehr verwendet, da sie die Mikroorganismen in der biologischen Stufe von Kläranlagen schädigen und in Gewässern toxisch auf Fische wirken.

BSCI

Die „Business Social Compliance Initiative“ (BSCI) wurde 2003 durch den europäischen Handelsverband Foreign Trade Association gegründet. BSCI hat einen eigenen Code of Conduct entwickelt, der sich im Wesentlichen an die ILO-Kernarbeitsnormen anlehnt. Der Code der BSCI ist anscheinend der europaweit am stärksten verbreitete Verhaltenskodex für soziale Standards in Produktionsländern. Seine Anwendung wird auch vom deutschen Bekleidungsfachverband GermanFashion empfohlen. 2009 erhielt die BSCI den Preis für Unternehmensethik des  Deutschen Netzwerks Wirtschaftsethik.

Bundes-Immissionsschutzgesetz

BImSchGist die Kurzbezeichnung für das deutsche Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge. Es soll Mensch, Natur und Umwelt vor schädlichen Immissionen, z. B. Abgase, Staub, Erschütterungen, Licht und Lärm schützen und stellt direkte Anforderungen an einzelne Anlagen. Teile der Textilindustrie sind direkt von den Regelungen der 4. Verordnung des BImSchG betroffen. Die Überwachung obliegt den zuständigen Landesbehörden.

Clean Clothes Campaign

Enthärter

Binden den Kalk im Wasser und verhindern Ablagerungen an Wäsche und Waschmaschine. Das früher verwendete Phosphat wurde aufgrund seiner Düngewirkung (Gewässereutrophierung) durch z. B. Natrium-Aluminium-Silikate (Zeolith) ersetzt.

Enzyme

Biokatalysatoren, die in lebenden Zellen Stoffwechselvorgänge im Organismus steuern. Enzyme in Waschmitteln spalten Eiweiß-, Fett-, Zellulose- und Stärkepartikel, die im Schmutz enthalten sind. Waschmittelenzyme können bei empfindlichen Menschen Hautreizungen und Allergien verursachen.

Extrudieren

Thermoplastisches Verfahren zum Spinnen von Chemiefasern mit Hilfe von Spinnköpfen, die mit feinsten Düsen ausgestattet sind.

Code of Conduct der deutschen Textil- und Modewirtschaft

Um die Textil- und Modeunternehmen bei der Wahrnehmung ihrer sozialen, ökologischen und ethischen Verantwortung entlang ihrer Lieferketten zu unterstützen, haben der Gesamtverband textil+mode und der Handelsverband HDE 2022 erstmalig einen gemeinsamen Verhaltenskodex für verantwortungsbewusstes unternehmerisches Handeln in den Branchen der deutschen Textil- und Modewirtschaft herausgegeben. Der Code of Conduct der deutschen Textil- und Modewirtschaft orientiert sich an international etablierten Maßstäben und deckt die für die Branchen relevanten Verhaltensgrundsätze und -standards ab. Als freiwillige Selbstverpflichtung konzipiert, kann er von allen Unternehmen der Branche genutzt werden, unabhängig davon, ob sie Hersteller, Handels- oder Dienstleistungsunternehmen sind.

Emissionen

Aussendung von Störfaktoren in die Umwelt. Typische Beispiele sind gas-/feinstaubförmige Schadstoffe, flüssige oder staubförmige Emissionen wie z. B. Abwasser, Abluft und Abfall. Die Anforderungen sind in entsprechenden Gesetzen, Verordnungen und Vorschriften des Bundes und der Länder verankert.

Fair Wear Foundation

Die Fair Wear Foundation (FWF) ist eine Multi-Stakeholder-Initiative zur Verbesserung der sozialen Mindeststandards bei der Konfektionierung von Bekleidung. Ökologische Kriterien stehen nicht im Fokus. FWF auditiert ihre Mitglieder bzgl. der Einhaltung der Kriterien des FWF-Verhaltenskodex. Diese sind neben den ILO-Kernarbeitsnormen ebenfalls existenzsichernde Löhne. Siehe auch Living Wage. Die FWF kooperiert mit der Clean Clothes Campaign.

Färbeflotte (Färbebad)

Farbmittel

Sammelbezeichnung für alle farbgebenden Stoffe. Sie werden nach ihrer chemischen Zusammensetzung in anorganische und organische Farbmittel eingeteilt. In beiden Gruppen kann weiterhin unterschieden werden nach Löslichkeit, Farbgebung und Herkunft.

Farbstoffe

Unterklasse der Farbmittel in Bezug auf die Löslichkeit. Farbstoffe lösen sich in Wasser oder organischen Lösemitteln auf.

Filament

Flotte

Meist wässriges Lösebad. in dem Textilien behandelt (gefärbt, gebleicht, ausgerüstet) werden. Die Flotte muss in der Kläranlage behandelt oder als Konzentrat entsorgt werden.

Fungizide

Chemischer oder biologischer Wirkstoff zur Abtötung von Pilzen und Sporen oder zur Vermeidung ihres Wachstums.

Fixieren

Stabilisieren von Veredlungseffekten von Fasern durch physikalische und/oder chemische Vorgänge ( z. B. Farbechtheit, Formbeständigkeit, Knitterfrei-Ausrüstung) . Man unterscheidet:

  • Thermofixierung durch Heißluft bei 150 - 225 °C (Polyester)
  • Hydrofixierung mit Wasser bei 125 - 135 °C (Polyamid)
  • Dampffixierung bei 105- 135 °C

Forschungsinstitute

Geotextilien

Flächenhafte und durchlässige Textilien in Form von Geweben, Vliesstoffen und Verbundstoffen für den Einsatz im Bau- und Bauwesen (Straßenbau, Fluss-, Kanal- und Seeuferbau). Sie werden zum Trennen, Dränen (Drainagieren), Filtern, Bewehren, Schützen, Verpacken und Erosionsschutz eingesetzt.

Hochveredelung

Auch Pflegeleicht-Ausrüstung genannt, als Sammelbegriff für dieBehandlung von Textilien aus Pflanzenfasern oder cellulosischen Chemiefasern und deren Mischungen, die meist durch das Aufbringen von Kunstharzen die Wasseraufnahme und damit die Quellung herabsetzt. Dadurch werden die Textilien knitterbeständiger, formstabiler und trocknen schneller.

Humanökologie

Behandelt die Beziehung von Menschen und deren Beziehung zur (natürlichen) Umwelt. Betrifft die Gebrauchsphase von Textilien (Pflege und Auswirkungen auf die Gesundheit).

Hydrophobierung

Verfahren zur Ausrüstung von Textilien, die ein Abperlen von auftropfendem Wasser bewirken (wasserabweisende Textilausrüstung).

ILO / International Labour Organization /Internationale Arbeitsorganisation

Die International Labour Organization (ILO) ist eine Sonderorganisation der UN. Sie soll weltweit arbeitsrechtliche Standards setzen und weiterentwickeln. Sie ist tripartistisch aufgebaut: Jeder ILO-Mitgliedsstaat entsendet zwei Vertreter der jeweiligen Regierung sowie zwei Vertreter der Sozialpartner.
Vier Grundprinzipien bestimmen Selbstverständnis und Handeln der ILO:

  • Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen
  • Beseitigung der Zwangsarbeit
  • Abschaffung der Kinderarbeit
  • Verbot der Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf
Die ILO hat diese Grundprinzipien in acht Übereinkommen, die auch als Kernarbeitsnormen (KAN) bezeichnet werden, konkret ausgestaltet. Die Kernarbeitsnormen werden international als Mindeststandards anerkannt. :
  • Vereinigungsfreiheit und Schutz des Vereinigungsrechtes (KAN 187)
  • Vereinigungsrecht und Recht zu Kollektivverhandlungen (KAN 98)
  • Zwangsarbeit (KAN 29)
  • Abschaffung der Zwangsarbeit (KAN 105)
  • Gleichheit des Entgelts (KAN 100)
  • Diskriminierung (Beschäftigung und Beruf) (KAN 111)
  • Mindestalter (KAN 138)
  • Verbot und unverzügliche Maßnahmen zur Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit (KAN 182)

Jeanseausrüstung

Die Optik einer Jeans ist ein wichtiges Verkaufsargument. Um verschiedene Effekte zu erzielen, werden verschiedene Oberflächenbehandlungen zum Einsatz gebracht:

  • „Millwash“ oder “Rinsewash“ - das Gewebe oder die fertige Jeans wird in Trommelwaschmaschinen entschlichtet.
  • „Stonewash“ - eine Wäsche mit Bimssteinen oder eine enzymatische Behandlung.
  • „Moonwash“ - eine aufwändige Wäsche mit Bimssteinen, die mit Bleichmittel getränkt sind. Die erhabenen Stellen des Gewebes werden dabei stark gebleicht.
  • „Bleach“ oder „White Bleach“ - die Bleiche erfolgt mit reduzierenden Substanzen.
  • „Overdyed“ - stonewashed Jeans werden mit anderen Farben überfärbt (Bicolor-Effekt).
  • „Damaged Look“ - teilweise Zerstörung der Hose durch Einschneiden oder Schießen mit Schrotflinten auf die Hose. Als Nachweis steckt eine leere Schrotpatrone in der Hosentasche.
  •  „Scrubbed Look“ - zur Erzielung einer wildlederartigen Oberfläche wird die Hose mit Drahtbürsten geschrubbt.
  • „Thermo-Denim“ oder „Winter-Denim“ - das Gewebe wird vor der Konfektion auf der Innenseite aufgeraut.

Kalandrieren

Erfolgt am Kalender und spielt als Schlussbehandlung in der Textilveredelung eine besondere Rolle. Die textile Fläche wird zwischen Walzen unter Druck zur Erzeugung von Glanz, Glätten der textilen Fläche, Verdichten der Ware und ggf. Einprägen von Musternhindurchgeführt.

Kaltweilverfahren

Der Reaktionsprozess (z. B. Entschlichten. Bleichen, Färben) erfolgt bei Raumtemperatur über längere Zeit, spart so Energie und ist ökologisch und ökonomisch vorteilhaft.

Karbonisieren

Behandeln von Rohwolle mit verdünnter Schwefelsäure oder anderen Säuren zum Entfernen zellulosehaltiger Bestandteile, wie pflanzliche Verunreinigungen. Daran schließt sich eine Heißbehandlung an.

Kaschieren

Ist die Berbindung zweier oder mehrerer textiler Flächen mioteinander oder die Verbindung textiler Flächen mit Papier, Folien, Schaumstoffen usw. Die Verbindung kann durch einen Kleber erfolgen oder durch thermisches Kaschieren.

Krumpfen

Stoffbehandlung mit mechanischen Krumpfeinrichtungen für gewolles Krumpfen (Schrumpfen), um ein Einlaufen bei der anschließenden Nassbehandlung und der Haushaltswäsche zu verhindern. Auch Sanforisieren genannt.

Lanolin

Aus der Rohwolle ausgewaschenes und gereinigtes Wollfett, das in der Kosmetikindustrie Verwendung findet.

Laugieren

Behandlung von Baumwolltextilien mit Natronlaugelösung ohne Spannung. Bewirkt eine Quellung der Faser wodurch diese sich verdichtet, vergleichmäßigt undeine Erhöhung der Saug- und Farbaufnahmefähigkeit erzielt wird. Da es sich um ein kostspieliges Verfahren handelt, wird es nur sehr selten angewandt.

MKA

Maximale Arbeitsplatz-Konzentration: Höchstzulässige Konzentration eines Stoffes als Gas, Dampf oder Schwebestoff in der Atemluft am Arbeitsplatz, damit die Gesundheit des Beschäftigten keinen Schaden nimmt.

Lieferkette

Living Wage / Existenzsichernde Löhne

wird von NGOs als ein berufliches Einkommen bezeichnet, das die wesentlichen Bedürfnisse des Arbeitnehmers (+ ggf. seiner Familien), d. h. Nahrung, Unterkunft, Kleidung, Bildung, Gesundheit, abdeckt und etwas frei verfügbares Einkommen sichert. Tatsächlich ist eine einheitliche Definition nicht vorhanden. Das living wage variiert von Staat zu Staat, ja es kann sogar innerhalb eines Landes sehr unterschiedlich sein (Land vs. Großstadt).

Mercerisieren

Behandlung von Baumwolltextilien mit Natronlauge unter Zugspannung wird der Faserquerschnitt rund. Man erzielt eineVerbesserung von Glanz, Reißfestigkeit, Formstabilität und Farbstoffaufnahme.

Metamerie

Metamere oder bedingt gleiche Färbungen weisen zwei oder mehr Farbvorlagen auf, die bei einer Lichtquelle (z. B. Tageslicht) die gleiche Farbe haben, bei anderen Lichtquellen wie Glüh- oder Neonlampen aber unterschiedlich aussehen. Um denselben Farbeindruck zu erreichen, müssen Farben mit gleichen Farbremissionswerten verwendet werden.

Mottenschutz

Behandlung von Textilien aus Wolle und anderen Tierhaaren, um die Schädigung durch Raupenfraß von Kleider- und Pelzmotten zu verhindern.

Ökobilanz

Erfassung aller ökologisch relevanten Daten wie z. B. Energieeinsatz und Emissionen bei der Produktion, dem Transport, dem Gebrauch und der Entsorgung. Die Umweltverträglichkeit des Produkts und der Herstellungsverfahren wird mit anderen verglichen, um ökologisch optimale Lösungen zu finden.

Oleophobieren

Aufbringen schmutz- und ölabweisender TextilhilfsmitteI auf Textilien.

Optische Aufheller

Fluoreszierende Substanzen, die durch das Sichtbarmachen des ultravioletten Lichts den Weißgrad und die Leuchtkraft von Farben auf Textilien erhöhen.

Pigmente

Unterklasse der Farbmittel in Bezug auf die Löslichkeit. Pigmente sind farbgebende Substanzen. Sie sind im Gegensatz zu Farbstoffen im Anwendungsmedium (der textilen Faser / Fläche) unlöslich. wasserunlösliche, organische, synthetisch hergestellte Farbmittel, die im Textildruck verwendet werden.

Mikrofasern

Sind im Allgemeinen Chemiefasern und –filamente, deren Feinheit zwischen 0,3 und 1,0 dtex liegt (1 dtex: 10.000 Meter dieses Garns wiegen ein Gramm). Mikrofasern wurden ursprünglich vor allem für Outdoorkleidung und Funktionstextilien eingesetzt, da sie durch die sehr feinen Poren Schweiß (Wasserdampf) von innen nach außen durchlassen, während sie Wassertropfen von außen abhalten. Heute werden Sie aber auch in vielen weiteren Bereichen verwendet.

Millenniumsziele der UN

Im Jahr 2000 verabschiedete die UNO-Vollversammlung acht Millenniumsziele. Dazu zählt die Halbierung der weltweiten Armut zwischen 1990 und 2015. Zu den Forderungen deutscher Befürworter zählt auch, die Summe der staatlichen Entwicklungshilfe auf 0,7 Prozent des Haushalts anzuheben. Diese Höhe weist der Bundeshaushalt zurzeit nicht aus; er liegt bei etwa 0,4 Prozent.

OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen

Die OECD-Leitsätze formulieren nicht rechtsverbindliche Grundsätze und Maßstäbe für verantwortungsvolles Handeln multinationaler Unternehmen bei Auslandsinvestitionen und für die Zusammenarbeit mit ausländischen Zulieferern. Sie geben Empfehlungen u. a. zu Menschenrechten, Arbeitsbeziehungen (inkl. Löhne), Umwelt, Korruption, Verbraucherinteressen, Wettbewerb und Besteuerung ab. Die Leitsätze beziehen sich auf internationale Vereinbarungen wie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und die ILO-Kernarbeitsnormen und betonen das Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung sowie das Vorsorgeprinzip. Im Kern besagen die Leitsätze, dass Unternehmen negative Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit erkennen und diese verhindern sollen, sowie im Falle des Verletzens der Leitsätze schädigendes Verhalten einstellen und Maßnahmen zur Wiedergutmachung – im Rahmen ihrer Einflussmöglichkeiten - einführen sollen. Gewerkschaften, NGOs, Einzelpersonen und andere Unternehmen können bei einem Verstoß gegen die Leitsätze ein Mediationsverfahren zwischen den Parteien vor den Nationalen Kontaktstellen, welche die Unterzeichnerstaaten für die Überwachung der Einhaltung der Leitsätze einzurichten haben (in Deutschland beim Bundeswirtschaftsministerium), anstrengen.

Polymerisation

Reaktionsprozess bei der Herstellung synthetischer Fasern, bei dem durch Aneinanderfügen chemischer Einzelbausteine (Monomere) lange Molekülketten (Polymere) entstehen. Diese bilden das Ausgangsmaterial, aus dem die Fasern gesponnen werden.

Produktionsökologie

Umweltschutz im Zusammenhang mit Produktionsprozessen. Umfasst alle notwendigen Faktoren zur Herstellung und Gewinnung textiler Rohstoffe, zu deren Verarbeitung, Veredlung, Konfektionierung und Transport.

Produktlebensdauer

Recycling

Oberbegriff für die Wiederverwendung, Weiterverwertung, Wiederverwertung oder energetische Nutzung von Abfalltextilien. Recyclingverfahren vermindern die Abfallmenge und schonen die Ressourcen.

Sauerstoffbleiche

Chlorfreies Bleichverfahren mit Hilfe von Wasserstoffperoxid (Peroxidbleiche).

Präparationsmittel

Aus Ölen, Fetten und Tensiden bestehende Spezialprodukte, die den behandelten Fasern eine erhöhte Geschmeidigkeit, Weichheit, Haft- und Gleitfähigkeit sowie antistatische Eigenschaften verleihen. Sie können vor dem Spinnen oder vor der Weiterverarbeitung von Garnen eingesetzt werden. Der Anwender muss darauf achten, dass die verwendeten Produkte bei der nachfolgenden Verarbeitung in der Textilveredlung thermostabil und biologisch gut abbaubar sind.

Rana Plaza Donors Trust Fund

Im Anschluss an die eingestürzte Fabrik in Bangladesch am 24. April 2013 wurde diese Stiftung gegründet, in die alle im Rana Plaza Gebäude produzierenden Firmen aufgefordert wurden einzuzahlen. Ziel war es, den Opfern bzw. ihren Hinterbliebenen eine Soforthilfe sowie weitere Zahlungen zukommen zu lassen, um die Not zu lindern. Einige große Handelsketten haben bereits Zahlungen geleistet. Andere Unternehmen weigerten sich zur Einzahlung da sie nach eigenen Angaben zu dem Zeitpunkt des Unglücks nicht in der betroffenen Fabrik bzw. in Bangladesch haben fertigen lassen. Gleichwohl richtet sich der Fond umfassend an alle in Bangladesch produzierenden Unternehmen. Ein Jahr nach dem Unglück war der Fond noch nicht zur Hälfte gefüllt.

Ruggie, John - Ruggie-Principles

John Ruggie war 2005-2011 UN-Sonderbeauftragter für Unternehmen und Menschenrechte. Im Juni 2011 hat der UN-Menschenrechtsrat die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte („Guiding Principles on Business and Human Rights“) verabschiedet, die auf Ruggies Prinzipien zurückgehen:

  • Protect: Es ist Aufgabe des Staates, die Menschen in seinen Grenzen vor Menschen-rechtsverletzungen zu schützen.
  • Respect: Es ist die Pflicht der Unternehmen, die Menschenrechte zu respektieren und die dazu nötigen Managementstrukturen aufzubauen.
  • Remedy: Es müssen juristische wie nicht-juristische Beschwerdemechanismen entwickelt und gestärkt werden, um die Abwehr von Menschenrechtsverletzungen zu verbessern.
Unternehmen können für gute Arbeitsverhältnisse sorgen. Bei sich selbst müssen sie die Einhaltung der Menschenrechte sowie von Recht und Gesetz garantieren, z. B. Versammlungsfreiheit. Sie wären aber damit überfordert staatliche Aufgaben zu erfüllen. Die Garantie und Kontrolle der Einhaltung der Menschenrechte in Staaten ist staatliche Angelegenheit. Eine Verlagerung der Verantwortung auf Unternehmen würde Staaten aus der Pflicht nehmen.

Schlichten

Behandlung der Kettfäden mit stärkehaltigen oder anderen Schlichtemitteln, die die Kettfäden  zum Schutz vor mechanischer Beanspruchung beim Weben fester und widerstandsfähiger machen.

Schmälzen

Auftragen von ölig-flüssigen Substanzen auf Fasern, die für den Spinnprozess vorbereitet werden. Erhöht die Gleitfähigkeit, Dehnbarkeit, Schmiegsamkeit und Formbarkeit (Präparationsmittel).

SMART Myanmar

t+m engagiert sich im Rahmen des EU-geförderten Projekts SMART Myanmar aktiv für den Aufbau einer nachhaltigen Bekleidungsindustrie in Myanmar. Das EU-Projekt läuft von 2013 bis 2015. Wir sind einer der wichtigen Projektpartner, die sich mit personellem und finanziellem Aufwand engagieren.

Schutzkleidung

Die Schutzkleidung stellt einen interessanten Markt im Bereich der Berufs- und Arbeitsbekleidung dar. Mit Schutzkleidung erwirtschaftet die Bekleidungsbranche einen großen Umsatzanteil. Wer Schutzkleidung in Deutschland oder in der EU herstellen und verkaufen will, benötigt ein ganz spezielles Know-how: Schutzkleidung ist vor dem Verkauf auf ihre Schutzwirkung zu überprüfen. Zur Webseite

Tenside

Grenzflächenaktive Verbindungen, die die Oberflächenspannung einer Flüssigkeit oder die Grenzflächenspannung zwischen zwei Phasen herabsetzen und so das Netzen, Waschen, Reinigen und Egalisieren in der Veredlung erleichtern.

Texturieren

Sammelbegriff der Verfahren der künstlichen Kräuselung von ursprünglich glatten Chemiefasern. Damit wird z. B. die Bauschkraft und Elastizität der Fasern erhöht.

Thermofixieren

Verfestigung von Formveränderungen (z. B. Texturieren) und Stabilisierung von Faserstrukturen in Textilien (z. B. bei Maschenwaren). Durch Hitzeeinwirkung entwickeln sich chemische Bindungsreaktionen auf der Faser.

Ultrafiltration

Verfahren zur Abwasserreinigung mit Hilfe von halbdurchlässigen Membranen, wobei größere Moleküle (z. B. Textilhilfsmittel) von kleineren (z. B. Wasser) getrennt werden. Wird u. a. in der Schlichterückgewinnung eingesetzt.

UN Global Compact

Der Global Compact ist eine freiwillige Initiative zur Förderung nachhaltiger Entwicklung und gesellschaftlichen Engagements. Unternehmen können sich durch eine Erklärung zu einem Katalog von Grundwerten aus den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung zu bekennen und für ihre Unterstützung eintreten. Die Grundlagen der zehn universell anerkannten Prinzipien des Global Compact aus den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung sind:

  • die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte,
  • die Erklärung über grundlegende Prinzipien und Rechte bei der Arbeit der Internationalen Arbeitsorganisation,
  • die Grundsätze der Erklärung von Rio zu Umwelt und Entwicklung
  • die UN-Konvention gegen Korruption

Der UN Global Compact ist eine Multi-Stakeholder-Initiative, in der neben den „beigetretenen“ Unternehmen auch Vertreter von NGOs mitwirken und einen jährlichen Bericht herausgeben.

Veredelung

Darunter fasst man alle textilen Arbeitsprozesse zusammen, die außerhalb der Fasergewinnung, Garnerzeugung und Flächenbildung geeignet sind, Textilien zu veredelnz.B. durch Farbgebung (Färben, Drucken) ,Verbesserung der Verarbeitungs- und Gebrauchseigenschaften (Appretur) usw..

Verursacherprinzip

Grundsatz der Umweltpolitik. Darin ist festgehalten, dass jeder die Kosten für sein eigenes Umwelt schädigendes Verhalten zu tragen hat. Dies gilt für Produzenten und Verbraucher.

Wassergefährdungsklassen (WGK)

Einteilung von Stoffen aufgrund ihres Potentials zur Verunreinigung von Wasser in:

  • WGK I: schwach wassergefährdend
  • WGK 2: wassergefährdend
  • WGK 3: stark wassergefährdend

Weichmachungsmittel / Weichgriff Ausrüstung

Oberbegriff von Substanzen die dazu verwendet werden, bei textilen Erzeugnissen einen weichen und geschmeidigen Griff, Glätte und Elastizität zu erzielen.

Downcycling

Ist eine Form des Recycling, bei der es zu einer Abwertung des Abfallmaterials kommt.

Acetat

In der Textilbranche werden Acetate mannigfaltig eingesetzt. Acetate haben Eigenschaften, die typisch für natürliche und synthetische Chemiefasern sind, da sie aus einem Stoff auf Grundlage von Zellulose bestehen. Die Fasern haben eine geringe Dichte, sind leichter als Wolle, Baumwolle, Seide oder Viskose. Es können aus Acetatfasern sehr voluminöse textile Flächengebilde hergestellt werden, da Acetate voluminöser gegenüber allen Stoffen aus anderen Faserstoffen trotz gleicher Flächenmasse sind. Acetatfasern werden oft als "Wollersatz" (thermoplastisch gekräuselte Stapelfasern) oder als "Seidenersatz" (feine glänzende Endlosfasern) verwendet. Kleidungsstücke aus Acetat sind sehr hitzeempfindlich, daher sind sie bei Niedrigtemperatur oder mit der Hand zu waschen. Der Wäschetrockner ist tabu.

Hydrophob

Bedeutet „wassermeidend“ und ist die Eigenschaft, Flüssigkeiten wie Wasser abperlen zu lassen. Siehe auch Hydrophobierung.

Oleophob

Ist die Eigenschaft z.B. bei ausgerüsteten Textilien „ölabweisend“ zu sein. Siehe auch Oleophobieren.

Recycling

Oberbegriff für die Wiederverwendung, Weiterverwertung, Wiederverwertung oder energetische Nutzung von Abfalltextilien. Recyclingverfahren vermindern die Abfallmenge und schonen die Ressourcen. Es wird weiterhin unterschieden zwischen Downcycling und Upcycling.

Upcycling

Ist eine Form des Recycling, bei der es zu einer Aufwertung des Abfallmaterials kommt. Abfallmaterialien werden zur Schaffung von neuen Produkten verwendet.

Quadrillé

Circular Economy

Der Begriff "Circular Economy" beschreibt einen gesamtwirtschaftlichen Ansatz mit geschlossenen Stoffkreisläufen. Hierbei werden Abfälle wieder zu Wertstoffen, die so lange wie möglich im Kreislauf geführt werden.

Green Deal

Der Begriff "Green Deal" bezeichnet einen im Dezember 201 von der EU-Kommission vorgestellten Fahrplan zur Etablierung einer nachhaltigen EU-Wirtschaft. Das Ziel des Fahrplans: Bis 2050 sollen in der Europäischen Union die Netto-Emissionen von Treibhausgasen auf null reduziert sein. 

Compliance

Unter Compliance versteht man die Erfüllung von Anforderungen bzw. die Einhaltung von Regeln durch Unternehmen, also die Einhaltung von Gesetzen, Richtlinien und freiwilligen Kodizes.

Zippergarage

Auch Reißverschluss- oder Kragen-Garage genannt. Die Zippergarage verhindert, dass der Reißverschluss den Träger oder die Trägerin am Hals klemmt oder gar verletzt. Auch das Einklemmen von Schals oder Tüchern wird so verhindert. Dieses nützliche Detail findet man häufig bei Oberbekleidung im Outdoor- und Sportbereich.

Nano

Erbschaftssteuer

Die politische Diskussion um die Erbschaftsteuer wird schon seit Jahren kontrovers geführt. Im Dezember 2014 erklärte das Bundesverfassungsgericht die aktuelle Gesetzeslage für verfassungswidrig, nach der Unternehmenserben von der Erbschaftsteuer befreit sind, wenn sie das Unternehmen sieben Jahre fortführen. Das Bundesverfassungsgericht hat aber nicht festgestellt, dass Verschonungsregeln für betriebliche Vermögensübertragungen grundsätzlich verfassungswidrig sind. Inzwischen liegen Eckpunkte des Bundesfinanzministeriums für eine Neuregelung vor, die zu einer erheblich höheren Belastung der Unternehmenserben führen würden. Dies trifft auch die mittelständisch geprägte deutsche Textil- und Modeindustrie. Das Präsidium von t+m beschließt: 1.    Das neue Erbschaftsteuerrecht darf die Existenz von Unternehmen und Arbeitsplätzen nicht gefährden. Ein Generationenwechsel muss ermöglicht werden, ohne dass die Erben das Unternehmen ganz oder in Teilen verkaufen müssen, um die Erbschaftsteuer zahlen zu können. Dies entspricht auch dem Koalitionsvertrag von CDU und SPD. 2.    Die Bundesregierung wird aufgefordert, die verfassungsgerichtliche Entscheidung so umzusetzen, dass möglichst wenige zusätzliche Belastungen für Unternehmen entstehen. 3.    Deswegen soll eine hohe Untergrenze eingeführt werden. Vererbte Unternehmens­teile, deren Wert darunter liegt, sollen weiterhin ohne zusätzliche Bedürfnisprüfung die erbschaftsteuerliche Verschonungsregelung in Anspruch nehmen können. 4.    Insbesondere Familienbetriebe werden in der Regel nicht am Kapitalmarkt gehandelt. Die Gesellschafter haben ihr eingelegtes Kapital dort langfristig gebunden und dürfen nach den geltenden Gesellschaftsverträgen meist nur einen Bruchteil der Gewinne aus dem Unternehmen entnehmen. Deswegen sind die Abfindungs- und Entnahmeregelungen bei der Ermittlung der Erbschaftsteuer zu berücksichtigen. 5.    Das Privatvermögen des Erben soll nicht zur Begleichung der Erbschaftsteuer herangezogen werden. Stand: 30.04.2015

Environment Social Governance (ESG)

ESG ist ein Rahmenwerk anhand dessen verschiedene Stakeholder beurteilen, wie ein Unternehmen mit Chancen und Risiken umgeht.

Richtlinie

Eine Richtlinie ist ein Rechtsakt, in dem ein von den EU-Ländern zu erreichendes Ziel festgelegt wird. Es ist jedoch Sache der einzelnen Länder, eigene Rechtsvorschriften zur Verwirklichung dieses Ziels zu erlassen.

Textilbündnis

Textilkennzeichnung

Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR)

Die SFDR verlangt von Finanzmarktteilnehmern und Finanzberatern spezifische Offenlegungen auf Unternehmens- und Produktebene in Bezug auf Nachhaltigkeitsrisiken und wesentliche nachteilige Auswirkungen.

Bündnis für nachhaltige Textilien

Damast

Das Gewebe Damast besteht aus dicht gewebten, feinen Fäden aus Naturfasern. Verwendet werden langfaserige, reine Baumwollgarne, die zunächst mercerisiert (mit Lauge veredelt und deshalb seidenartig schimmernd und verstärkt) und anschließend supergekämmt werden. Durch den Wechsel von Kett- und Schuss-Satin entstehen dekorative Muster. Populäre Anwendungen sind einfarbige Tischtücher und Bettwäsche.

amfori

amfori ist eine Unternehmensinitiative mit Sitz in Brüssel. Das Ziel der Initiative ist es nachhaltigen Handel und ethische Geschäftspraktiken zu fördern. Dazu werden verschiedene Services wie die Business Social Compliance Intiative und die Business Environment Performance Intiative (BEPI) sowie QMI angeboten. In der Initiative sind ca. 2 550 Unternehmen weltweit Mitglied.

amfori BSCI hat das Ziel durch Zusammenarbeit der Mitglieder die Sozialstandards in der Lieferkette zu verbessern. Grundlage dafür bildet ein gemeinsamer Code of Conduct mit 11 Prinzipien.


amfori BEPI bietet amfori Mitgliedern die Möglichkeit Risiken im Umweltbereich zu identifizieren und anzugehen und Verbesserungsbemühungen auf Themen zu konzentrieren, die für die betrieblichen Aktivitäten am wichtigsten sind. Auf die folgenden Bereiche fokussiert sich BEPI:

 

  • Umweltmanagement- System
  • Energie und Klima
  • Wasser und Abwasser
  • Luftemissionen
  • Abfall
  • Biodiversität
  • Chemikalien
  • Lärmbelästigungen

QMI steht für Quality Management Initiative und bietet amfori Mitgliedern die Möglichkeit, ihre Quality Standards auf Robustheit zu prüfen.

Audit

Ein Audit untersucht, ob die in einem Managementsystem geforderten Standards und Vorschriften eingehalten werden. Audits werden in ganz unterschiedlichen Bereichen durchgeführt, hierzu zählen z. B. Qualitätsmanagement, Finanzwesen, Umwelt, Sozialstandards und Datenschutz. Audits sind immer nur eine Momentaufnahme eines Zustandes.

Better Cotton Initiative (BCI)

Die Better Cotton Initiative ist eine Initiative mit dem Ziel, die weltweite Produktion von nachhaltigerer  Baumwolle zu fördern. Die Multi-Stakeholder- Initiative wurde 2005 gegründet. Laut den Angaben von BCI möchte sie die Produktion von Baumwolle hin zu einer nachhaltigen Produktion transformieren, indem einerseits Baumwollfarmer in nachhaltiger Bewirtschaftung trainiert werden und gleichzeitg Auflagen für die Mitglieder bestehen, den Einsatz von nachhaltiger Baumwolle zu erhöhen.

Beschweremechanismus

Ein Beschweremechanismus oder Beschwerdeverfahren ist ein wesentlicher Bestandteil bei der Umsetzung von Sorgfaltspflichten. Der Beschweerdemechanismus soll dazu dienen, die Anliegen und Beschwerden von vor allem Arbeitskräften aus der Wertschöpfungskette aufzunehmen, zu dokumentieren und die Vorgänge zu beheben. Diese Vorgänge müssen dann auch in die Risikobewertung der Lieferkette einfließen. Die Unternehmen können einen eigenen Beschwerdemechanismus einrichten oder sich aber an branchenweiten oder Beschwerdemechanismen von Initiativen beteiligen. Wichtig für einen Beschwerdemechanismus ist, dass es ein Streitbeilegungsverfahren gibt, eine Verfahrensordnung existiert, Vertraulichkeit gewahrt wird und dass die verantwortlichen Personen unparteiisch handeln.

Corporate Carbon Footprint (CCF)

Der CO2-Fußabdruck (engl. Carbon footprint) ist ein Maß für den Gesamtbetrag von Kohlenstoffdioxid-Emissionen, die direkt und indirekt durch Aktivitäten verursacht wird oder während der Lebensstadien eines Produktes entstehen. Neben Kohlenstoffdioxid werden oft auch andere Treibhausgase bilanziert, meist in Tonnen CO2-Äquivalent (kurz t CO2-eq) berechnet.

Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD)

Unternehmen in der EU ab einer bestimmte Größe werden zu Sorgfaltspflichten in der gesamten Wertschöpfungskette, ausgenommen Verkauf und Verwendung, verpflichtet. Sie müssen ein Sorgfaltspflichten-Management einrichten, um Risiken in ihren Wertschöpfungsketten zu ermitteln, zu priorisieren, zu verhindern und/oder zu mindern. Die Sorgfaltspflichten umfassen weit mehr geschützte Positionen als das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz.

Momentan gibt es folgenden Geltungsbereich:

  • EU- Unternehmen ab 500 Mitarbeitern und einem weltweiten Jahresnettoumsatz von 150 Mio. EUR
  • Nicht-EU-Unternehmen, die nach 3 Jahren Inkrafttreten des Gesetzes , 300 Mio. EUR Jahresnettoumsatz in der EU erwirtschaften
  • Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern und mehr als 40 Millionen Euro Umsatz, wovon mindestens 20 Millionen Euro in in Hochrisikosektoren wie Textilien, Landwirtschaft, Lebensmittel und mineralische Rohstoffe erwirtschaftet werden ( laut aktuellem Stand)

Genaues wird erst nach der endgültigen Veröffentlichung des Gesetzestextes bekannt sein.

Corporate Social Responsibility (CSR)

Unter Corporate Social Responsibility (CSR) versteht man die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen im Rahmen eines nachhaltigen Wirtschaftens. CSR beinhaltet die Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft, und umfasst soziale, ökologische und ökonomische Aspekte. Diese werden in international anerkannten Referenzdokumenten zur Unternehmensverantwortung detailliert beschrieben, insbesondere in der ILO-Grundsatzerklärung über Unternehmen und Sozialpolitik, den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen, den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, im UN Global Compact sowie in der ISO 26000.

CSR-Richtlinien-Umsetzungsgesetz

Das CSR- RUG verpflichtet Kaptialgeselsschaften und haftungsbeschränkte Personenhandelsgesellschaften für Geschäftsjahre nach dem 31.12.2016 ihren Lagebericht um eine sogenannte nichtfinanzielle Erklärung zu erweitern. Laut § 289c HGB muss die nichtfinanzielle Erklärung die folgenden Bestandteile enthalten:

  • Beschreibung des Geschäftsmodells
  • Wesentlichkeitsanalyse
  • Umweltbelange
  • Arbeitnehmerbelange
  • Sozialbelange
  • Achtung der Menschrechte sowie
  • Bekämpfung von Korruption und Bestechung

Gemäß § 289d HGB können zur Aufstellung einer nichtfinanziellen Erklärung Rahmenwerke vollständig oder auch in Teilen genutzt werden. Das Gesetz wird an die CSRD angepasst werden.

Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD)

Die CSRD verpflichtet Unternehmen dazu, gemäß den Nachhaltigkeitsberichterstattungsstandards über ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten zu berichten. Die Themen für die Berichterstattung müssen anhand einer doppelten Wesentlichkeitsanalyse ermittelt werden. Die Angaben sollen qualitative und quantitative sowie künftige und retrospektive Informationen beinhalten. Die Angaben müssen in den Lagebricht integriert werden und werden somit prüfungsrelevant. Zuerst nur mit begrenzter Sicherheit (limited assurance), zu einem späteren Zeitpunkt mit hinreichender Sicherheit (reasonable assurance).


Die NFRD und das CSR-RUG werden von der CSRD abgelöst bzw. die NFRD geht in der CSRD auf.


Die Richtlinie findet wie folgt Anwendung.

  • Januar 2024 für große Unternehmen öffentlichen Interesses, die bereits der NFRD unterliegen (erstmalige Berichterstattung im Jahr 2025 auf der Grundlage der Daten für 2024)
  • Januar 2025 für große Unternehmen, die derzeit nicht der NFRD unterliegen (erstmalige Berichterstattung im Jahr 2026 auf der Grundlage der Daten für 2025)
  • Januar 2026 für börsennotierte KMU sowie für kleine Kreditinstitute und für firmeneigene Versicherungsunternehmen (erstmalige Berichterstattung im Jahr 2027 auf der Grundlage der Daten aus dem Jahr 2026) / mitgliedstaatliche Opt-out-Möglichkeit bis 2028

Deutscher Nachhaltigkeitskodex (DNK)

Der DNK ist ein Berichterstattungsregelwerk für vor allem nationale Unternehmen. Er soll vor allem für kleine Unternehmen den Einstieg in die Berichterstattung erleichtern. Die Berichterstattung nach dem DNK verlangt auch eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse. Bei der Erstellung müssen 20 Kriterien in den vier Sektoren:

  • Strategie
  • Prozessmanagement
  • Umwelt
  • Gesellschaft

beachtet werden. Zu jeder dieser Kriterien müssen qualitative Informationen erfolgen.

Doppelte Wesentlichkeitsanalyse

Die doppelte Wesentlichkeitsanalyse wird mit der CSRD zur Pflicht in der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Anhand dieser Wesentlichkeitsanalyse sollen die wesentlichen Themen aus der Fülle der Themen für ein Unternehmen ermittlet werde. Dazu soll die Wesentlichkeit von Nachhaltigkeitsaspekten aus zwei Perspektiven betrachtet werden:  

  • Inside-Out Perspektive: Unternehmen ermitteln, welche tatsächlichen und potenziellen positiven und negativen Auswirkungen („impacts“) ihr unternehmerisches Handeln auf verschiedene Nachhaltigkeitsthemen hat.
  • Outside-In-Perspektive („finanzielle Wesentlichkeit“): Diese Perspektive betrachtet Chancen und Risiken von Nachhaltigkeitsthemen für die finanzielle Lage (Einnahmen, Rentabilität) eines Unternehmens und die Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells.

Digital Product Passport (DPP)

Der digitale Produktpass soll dazu dienen, den Austausch von Informationen über ein Produkt zwischen Unternehmen, Akteuren in der Lieferkette, Behörden und Verbrauchern zu vereinfachen. Die relevanten Informationen zu einem Produkt, zum Beispiel Materialien, Ersatzteile und Reparierbarkeit, sollen komprimiert online bereitgestellt werden. Der DPP ist zurzeit noch in Verhandlung.

Due Diligence

Die Sorgfaltspflicht ist die rechtliche Verpflichtung einer Person, bei ihren Handlungen eine bestimmte, gesetzlich oder vertraglich festgelegte Sorgfalt anzuwenden, um Schäden oder Verletzungen anderer Personen oder Sachen zu vermeiden und gegebenenfalls dafür einzustehen (Mehr auf: https://www.juraforum.de/lexikon/sorgfaltspflicht)

Eco-Management and Audit Scheme (EMAS)

EMAS ist die Abkürzung für ECO-Management und Audit-Scheme, übersetzt für das Umweltmanagement und - auditsystem. Es zielt darauf ab, dass Unternehmen ihre Energie- und Materialeffizienz systematisch verbessern, schädliche Umweltwirkungen und umweltbezogene Risiken reduzieren sowie ihre Rechtssicherheit erhöhen.

Extended Producer Responsibility (EPR)

Die  EPR soll in Europa gelten und nimmt nimmt Hersteller bzw. Inverkehrbringer von Produkten im europäischen Raum in die Verantwortung für die Rücknahme, den Transport sowie die Entsorgung oder Wiederaufbereitung dieser. Die EPR umfasst folgende Maßnahmen:

  • Produktgestaltung
  • Finanzielle Verantwortung
  • Regulatorische Anforderungen ( nationale Anforderungen)

Die EPR ist zurzeit noch in Verhandlung.

European Sustainability Reporting Standards (ESRS)

Die ESRS sind die Vorgaben, nach denen gemäß der CSRD die Berichterstattung im Lagebericht zu erfolgen hat. Die ESRS werden aus sektorübergreifenden und sektorspezifischen Standards sowie Standards für KMU und Unternehmen aus Drittstaaten bestehen. Bislang wurden nur die sektorübergreifenden Standards verabschiedet. Es gibt 12 Standards und 6 Anhänge. Die veröffentlichte Datenpunkt-Liste von der EFRAG (European Financial Reporting Advisory Group, EFRAG: Europäische Beratungsgruppe zur Rechnungslegung) enthält 1 178 Datenpunkte. Die Standards für KMU sowie die sektorspezifischen Standards werden im 2. Quartal 2026 erwartet.

Ethical Trading Initiative (ETI)

ETI ist ein führendes Bündnis von Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen, das mit den wichtigsten Interessengruppen zusammenarbeitet, um praktische Lösungen zur Beendigung von Menschenrechtsverletzungen bei der Arbeit zu fördern. Die ETI hat ihren Hauptsitz in London und ist eine Initiative mit Fokus auf den britischen Markt. Mehr unter https://www.ethicaltrade.org/who-we-are

Fair Wear Foundation

Die Fair Wear Foundation (FWF) ist eine gemeinnützige Organisation, die gemeinsam mit ihren Mitgliedsunternehmen und weiteren Partnern wie Gewerkschaften, NGOs, Fabriken, Unternehmensverbänden und Regierungen ein klares Ziel verfolgt: die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie. Regelmäßig überprüft, bewertet und berichtet sie öffentlich über die Fortschritte der Mitgliedsunternehmen. Dazu zählen zum einen Kontrollen in den Produktionsstätten vor Ort sowie Interviews mit ArbeiterInnen. Zum anderen überprüft die FWF auch die Geschäftspraktiken der Unternehmen und ihren Einfluss auf die Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten. Mehr unter: https://www.fairwear.org/ueber-die-fair-wear-foundation/was-ist-fwf/

Global Organic Textile (GOTS)

Der GOTS-Standard ist der weltweit anerkannteste Standard für Bio-Textilien oder Produkte mit anteiligem Biomaterial. Der Standard enthält Anforderungen an die Produkte von der Ernte der Rohstoffe über die umwelt- und sozialverträgliche Herstellung bis hin zur Kennzeichnung. Es können Produkte zertifiziert werden oder aber Unternehmen können sich auch zertifizieren lassen, wenn sie das GOTS-Siegel nutzen wollen. Auf der Website von GOTS (https://global-standard.org/de) findet sich eine Übersicht der zertifizierten Betriebe und Produkte.

Global Reporting Initiative (GRI)

Die GRI ist eine gemeinnützige Multi-Stakeholder Stiftung. Sie wurde 1997 nach dem Exxon-Valdez-Skandal gegründet. Sie hat einen standardisierten Berichtsrahmen entwickelt, der zu einer Harmonisierung aller essenziellen Standards führen soll. Dazu hat sie sich mit vier weiteren Organisationen zusammengeschlossen. Zu den Schlüsselkonzepten der GRI gehören:

  • Auswirkungen
  • Wesentliche Themen
  • Due Diligence
  • Stakeholder

Global Recycled Standard (GRS)

Der GRS ist ein internationaler, freiwilliger, vollwertiger Produktstandard, der Anforderungen an die unabhängige Zertifizierung von Recyclingmaterialien, der Produktkette, von sozialen und umweltrelevanten Praktiken und chemischen Einschränkungen festschreibt. (Quelle: https://controlunion-germany.com/de/certification-programs/grs-global-recycled-standard)

Menschenrechtsbeauftragter (Human Rights Officer)

Der oder die Menschenrechtsbeauftragte ist für die Einhaltung, Wahrung und Umsetzung von Menschrechten in Organisationen zuständig. Derjenige oder diejenige muss keine Vorbildung mitbringen, aber es empfiehlt sich eine juristische Vorbildung oder aber Vorkenntnisse in den Bereichen CSR, Umweltschutz, internationale Menschenrechte, Völkerrechte und Nachhaltigkeit. Er oder sie sollte an Schulungen teilnehmen. Es ist empfehelenswert, dass der/die Menschenrechtsbeuaftragte nicht weisungsgebunden und neutral ist.

Kreislaufwirtschaft

Kreislaufwirtschaft ist ein System, dass den Ressourceneinsatz und die Abfallproduktion, Emissionen und Energiverbrauch durch das Verlangsamen, Verringern und Schließen von Materialkreisläufen minimiert. Dies kann durch langlebige Konstruktion, Instandhaltung, Reparatur, Wiederverwendung, Remanufacturing, Refurbishing und Recycling erzielt werden.

Mehr erfahren: https://textil-mode.de/de/themen/kreislaufwirtschaft/

Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG)

Unternehmen mit Sitz in Deutschland und ab einer Größe von 1 000 Mitarbeitenden (inklusive Leiharbeitern) sind zu Sorgfaltspflichten bei ihren unmittelbaren Zulieferern und in ihrem eigenen Geschäftsbereich verpflichtet. Sie müssen ein Sorgfalts-Pflichten-Management einrichten, dass die folgenden Punkte beinhaltet:

  1. umfassende, regelmäßige Risikoanalyse
  2. Festlegung von Verantwortlichkeiten
  3. Verabschiedung einer Grundsatzerklärung
  4. Verankerung von Präventions- und Abhilfemaßnahmen im eigenen Geschäftsbereich und bei den unmittelbaren Zulieferern
  5. Einrichtung eines unternehmeninternen oder -externen Beschwerdeverfahrens
  6. Umsetzung von Sorgfaltspflichten bei mittelbaren Zulieferern
  7. Dokumentation und jährlicher Bericht

Nationaler Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte (NAP)

Durch die Ratifizierung der UN Guiding Principles on Business and Human Rights hat sich auch die Bundesregierung zur Einhaltung dieser Prinzipien verpflichtet und diese in einen Nationalen Aktionsplan überführt. Die vier Handlungsfelder des NAP beinhalten:

  1. Engagement der Bundesregierung
  2. Unternehmerische Sorgfaltspflicht
  3. Zugang zu Abhilfe und Wiedergutmachung
  4. Umsetzungshilfen

Non-Financial Reporting Directive (NFRD)

Mit dieser Richtlinie verpflichtet die Europäische Union Unternehmen zur Veröffentlichung von Informationen zur Nachhaltigkeit ihrer Geschäftstätigkeit. Diese Richtlinie ist eine Erweiterung der Bilanz-Richtlinie 2013/34/EU. In dieser Richtlinie wurden zwei Artikel ergänzt:

  1. Artikel 19a " Nichtfinanzielle Erklärung"
  2. Artikel 29a " Konsolidierte nichtfinanzielle Erklärung".

Diese Richtlinie wurde in Deutschland durch das „Gesetz zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Unternehmen in ihren Lage- und Konzernlageberichten (CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz)“ vom 11.04.2017 umgesetzt. Das Gesetz wird durch die CSRD abgelöst werden.

Oeko- Tex ® Standard 100

Oeko-Tex Standard 100 ist ein unabhängiges Siegel, das bestätigt, dass das Produkt inklusive aller Accesoires und Zutaten schadstoff-frei ist. Die Prüfung erfolgt in unabhängigen Laboren. Dabei werden im Prüfverfahren zahlreiche sowohl reglementierte wie nicht-reglementierte Substanzen, die der menschlichen Gesundheit schaden könnten, berücksichtigt. Die Kriterien sind in dem sogenannten OEKO-Tex Kriterienkatalog festgelegt.

Oeko-Tex ® STeP

OEKO-TEX® STeP steht für Sustainable Textile & Leather Production. Es ist ein modulares Zertifizierungssystem für Produktionsstätten der Textil- und Lederindustrie. Bei STeP werden eine ganzheitliche Analyse und Bewertung der Produktionsbedingungen vorgenommen. Die Bewertung erfolgt in 6 Modulen:

  • Chemikalienmanagement
  • Umweltleistung
  • Umweltmanagement
  • Soziale Verantwortung
  • Qualitätsmanagement
  • Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit

Oeko-Tex ® Made in Green

OEKO-TEX® MADE IN GREEN ist ein nachverfolgbares Produktlabel für alle Textilien und Lederartikel. Das Label bestätigt, dass das Produkt in umweltfreundlichen, sicheren und sozialverträglichen Betrieben und aus schadstoffgeprüften Materialienhergestellt wurde. Voraussetzung für den Erhalt des Labels sind die folgenden Zertifizierungen:

  • Produktzertifizierung nach Oeko-Tex Standard 100 oder dem Okeo-Tex Leather Standard oder dem Oeko-Tex-Organic Cotton Standrard
  • Zertifizierung der Produktionsstätten Oeko-Tex STeP

Product Carbon Footprint (PCF)

Der Product Carbon Footprint (PCF) stellt die führende Methode zur Quantifizierung der Klimaauswirkungen eines Produktes dar. Sie erfasst sämtliche treibhausgasrelevanten Emissionen entlang des gesamten Lebenszyklus eines Produktes, angefangen von der Rohstoffgewinnung bis hin zur Entsorgung oder Wiederverwertung. Der PCF ermöglicht somit die Identifizierung und Analyse dieser Emissionen, um darauf aufbauend geeignete Maßnahmen zur Reduktion oder idealerweise zur Vermeidung zu entwickeln.

Risikoanalyse

Die Risikoanalyse ist ein wichtiger Prozess, um potenzielle Gefahren und Chancen in Projekten, Unternehmen oder Lieferketten zu erkennen und zu bewerten. Sie ist Bestandteil des Risikomanagements, das sich aus der Risikobeurteilung, Risikobewältigung und Risikokommunikation zusammensetzt. Eine Risikoanalyse wird in mehreren Schritten durchgeführt, z. B. Risikoidentifikation, Risikoeinschätzung, Risikobewertung und Risikomaßnahmenplanung. Die menschen- und umweltrechtliche Risikoanalyse ist fester Bestandteil des deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes.

Sustainable Development Goals (SDGs)

Die SDGs sind Bestandteil der Agenda 2030 und wurden von den Vereinten Nationen aufgestellt, um eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Sie bestehen aus 17 Zielen, in deren Mittelpunkt der Mensch und die Menschenrechte stehen. Zentrale Aspekte der SDGs sind:

  • Voranbringen des Wirtschaftswachstums
  • Reduzierung von Disparitäten im Lebensstandard
  • Schaffung von Chancengleichheit
  • Nachhaltiges Management von natürlichen Ressourcen verbunden mit dem Erhalt der Ökosysteme

Es gibt 169 Zielvorgaben für 16 SDG und für das 17. Ziel "Partnerships for the SDGs" gibt es ausschließlich Umsetzungsvorgaben. Die SDGs sind kein konkretes Rahmenwerk zur Erfüllung der EU-Berichtspflicht, aber eine gute inhaltliche Orientierung für Unternehmen und Organisationen

Taxonomie

Die EU-Taxonomie ist ein Klassifikationssystem für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten. Sie gilt ab dem 01.01.2024 für alle Unternehmen, die nach der CSRD berichten müssen. Unternehmen sollen über ihre Umsatzerlöse, Investitionen (CapEx) und Betriebsausgaben (OpEx) berichten, die gemäß der Taxonomie-Verordnung als ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeit einzustufen sind.
Die EU hat 6 Umweltziele festgelegt, zu denen ein Beitrag erfolgen soll:

  1. Klimaschutz
  2. Anpassung an den Klimawandel
  3. Nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser-und Meeresressourcen
  4. Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft
  5. Vermeidung und Verringerung der Umweltverschmutzung
  6. Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität

UN Guiding Principles on Business and Human Rights (UNGP)

Zu deutsch: UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte

Diese Leitlinien wurden 2011 vom Menschnrechtsrat der Vereinten Nationen verabschiedet. Die Leitprinzipien enthalten folgende Säulen:

  • Staaten sollen Menschenrechte vor Verletzungen durch wirtschaftliche Akteure schützen (state duty to protect)
  • Unternehmen sollen Schutz der Menschenrechte zum Bestandteil der Unternehmenskultur und der Corporate Governance machen (corporate responsibility to respect)
  • Wiedergutmachung von Menschenrechtsverletzungen durch Unternehmen (access to remedy)

Nachhaltigkeit

Gemäß der Definition der Brundtland-Kommission ist Nachhaltigkeit eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen.