Grüne gespannte Fäden
© Deepak Rautela/Unsplash

Kreislaufwirtschaft

"Jetzt geht es rund!" - Kreislaufwirtschaft oder auch Circular Economy sind  Begriffe, die die Nachhaltigkeitsdiskussion immer stärker prägen. Die Textilindustrie steht besonders im Fokus. Unternehmen in Deutschland richten sich schon heute nach höchsten Umweltstandards und setzen sich auch immer intensiver mit den Chancen und Herausforderungen der textilen Kreislaufwirtschaft auseinander.

 

Die deutsche Textilindustrie leistet Pionierarbeit im Bereich der Kreislaufwirtschaft

 

Schon heute werden Garn- oder Stoffreste, die beim Zuschnitt und der Produktion anfallen, direkt wieder in den Kreislauf zurückgeführt. Dabei werden zum Beispiel aufbereitete und zurückgewonnen Fasern in neue Garne versponnen. Unternehmen schonen somit Ressourcen und vermeiden Abfälle. Viele denken die Kreislaufwirtschaft auch einen Schritt weiter. Sie setzen zum Beispiel biobasierte und biologisch abbaubare Roh- und Reststoffe ein. So entstehen Kleider aus Algen, Vliesstoffe aus den Resten von Ananaspflanzen oder Automobilinterieur aus Naturfaserverbundwerkstoffen. Der Grundgedanke dabei: biologisch abbaubare Materialien lassen sich in den biologischen Kreislauf zurückführen und setzen dabei kein Mikroplastik frei.

Dank einer sehr engagierten Textilforschung und innovativen Unternehmen wird stetig an neuen Technologien gefeilt. Genau diese Innovationen bringen die textile Kreislaufwirtschaft voran. So stellen deutsche Unternehmen spezielle Garne in neuen Spinnverfahren her, die extrem haltbar, langlebig und trotzdem kompostierbar sind. Aus diesen Garnen können kreislauffähige Stoffe für Outdoor-Jacken oder Sitze für Straßenbahnen produziert werden. 

Textile Innovationen sind auch wichtige Helfer, um Kreisläufe zu schließen: Neue Filtertextilien können wichtige und teure Edelmetalle aus Prozessabwässern fischen, die dann wieder in den Produktionskreislauf zurückgeführt werden. Oder sie sorgen dafür, dass Schadstoffe oder Feinstaub gar nicht erst in einen Kreislauf gelangen.

Neben innovativer Technologien bieten deutsche Textilunternehmen auch immer mehr Geschäftsmodelle, die als Ziel eine funktionierende Circular Economy haben: Bettwäsche, Arbeits- und Schutzbekleidung können geleast oder gemietet werden, um sie möglichst lange im textilen Kreislauf zu halten. Dank professioneller Textildienstleister werden sie gewaschen, repariert und immer wieder in den Kreislauf gebracht. Das schont Klima und Ressourcen und ist im besten Sinne nachhaltig.

Circular Economy ist mehr als die Diskussion um Abfälle und Recycling. Es geht um ein ganzheitliches Verständnis, wie wir mit Materialien und Produkten umgehen wollen.

Julia Eckert

Referentin Kreislaufwirtschaft | Arbeitssicherheit

Julia Eckert© textil+mode

Kreislaufwirtschaft findet nicht nur in Deutschland statt!


Zusammen mit der Textilforschung ist die deutsche Textil- und Modeindustrie aktiv und europäisch vernetzt: Innovationen, die Ressourcen schonen, und neue Technologien, die eine Kreislaufwirtschaft ermöglichen, werden gemeinsam vorangetrieben. Wir können Green Deal Textil!

Insbesondere durch den Green Deal und dem neuen Circular Economy Action Plan ist das Thema Kreislaufwirtschaft zu einem europäischen Thema geworden. Der neue Aktionsplan der Europäischen Kommission zielt darauf ab, die Art und Weise, wie Produkte hergestellt und konsumiert werden, durch neue politische Rahmenbedingungen zu verändern. Der Aktionsplan spricht dabei auch die Textil- und Modeindustrie direkt an.

Damit die Circular Economy auf der Erfolgsspur bleibt, müssen Hindernisse und Herausforderungen nun effektiv und effizient angegangen werden. Die mittelständisch geprägte Textilindustrie in Deutschland geht den Weg zu einer textilen Kreislaufwirtschaft mit ihren innovativen Technologien und kreativen Ideen mit. Um die Unternehmen dabei zu unterstützen, arbeiten wir eng zusammen mit unserem europäischen Dachverband EURATEX und bringen uns aktiv in den Diskurs ein.

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