In der Initiative Handarbeit haben sich die führenden Anbieter der Handarbeitsbranche aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengeschlossen. Die Initiative hat sich das Ziel gesetzt, den Markt für textiles Handarbeiten nachhaltig zu stärken und positiv weiterzuentwickeln. Dazu werden laufend neue und immer kostenlose Anleitungen und Schnittmustern auf der Webseite veröffentlicht oder Wettbewerbe wie Mach Ding Ding durchgeführt. Nicht nur über ihre Social Media-Kanäle vernetzt sich die Handarbeits-Community, sondern auch auf Messen trifft sich die Initiative mit dem kreativen Nachwuchs und stellt kommende DIY-Modetrends vor.
textil+mode hat anlässlich des #MesseMonatMärz mit Heidwig Ehlen, Geschäftsführerin Initative Handarbeit, über aktuelle Trends in der Handarbeit, deren Bedeutung für die Kreislaufwirtschaft und einem besonderen Event auf der Messe h+h cologne in Köln gesprochen.

textil+mode: Welche Handarbeiten sind gerade im Trend?
Hedwig Ehlen: Stricken und Häkeln liegen derzeit absolut im Trend. Beide Techniken erleben seit einigen Jahren ein starkes Revival, insbesondere bei jüngeren Menschen. Die sozialen Medien, allen voran Instagram und YouTube, tragen wesentlich dazu bei, dass DIY‑Projekte sichtbar werden und viele Neueinsteigerinnen und Neueinsteiger inspirieren.
textil+mode: Haben Sie Zahlen, wie viele Menschen in Deutschland stricken, häkeln oder basteln?
Hedwig Ehlen: Unsere letzte repräsentative Nutzerbefragung wurde 2024 von der GfK unter Frauen in Deutschland zwischen 18 und 75 Jahren durchgeführt.
Das Ergebnis: Etwa 85 Prozent der Frauen in Deutschland handarbeiten zumindest gelegentlich – also stricken, nähen oder häkeln. Besonders auffällig war, dass jüngere Zielgruppen Handarbeit neu für sich entdecken.
textil+mode: Nimmt der Repair‑Trend zu?
Hedwig Ehlen: Das bewusste Ausbessern, Flicken und Upcycling von Kleidung gewinnt zunehmend weiter an Bedeutung.
Eine aktuelle Nutzerbefragung unter unseren Newsletter-Abonnentinnen und Abonnenten zeigt, dass 41 Prozent der Befragten als Grund für Handarbeit auch das Reparieren angeben.
textil+mode: Wie wichtig ist DIY für mehr Kreislaufwirtschaft?
Hedwig Ehlen: Kreislaufwirtschaft ist im DIY‑Bereich bislang noch unterrepräsentiert. Das liegt vor allem daran, dass die selbst hergestellten Produkte von Natur aus nachhaltiger sind.
Sie werden bewusster gefertigt, sie bestehen oft aus langlebigen Materialien und werden deutlich länger genutzt. Daher entsteht die Nachhaltigkeit eher „automatisch“, ohne dass der Begriff Kreislaufwirtschaft im Mittelpunkt steht.
textil+mode: Was passiert beim Blogger:innen‑Treffen auf der h+h cologne?
Hedwig Ehlen: Beim Treffen geht es um aktuelle Marktzahlen und Trends, neue kreative Projekte, die die DIY‑Community durch das Jahr 2026 begleiten sowie den Austausch und persönliches Networking der Kreativszene. Als Highlight präsentiert die Initiative Handarbeit am Ende des Events eine Fashionshow mit Modellen der Mitgliedsunternehmen – darunter u. a. Lana Grossa, Lang Yarns, Rico Design und Quality Textiles in Kooperation mit Burda Style. Gezeigt werden Modelle der kommenden Saison und inspirierende Designs aus unterschiedlichen Handarbeitstechnik.
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