Corona: Arbeitsschutz

Hier finden Sie aktuelle Regelungen für die Einhaltung von Hygienestandards und Informationen zum Umgang mit Covid-19 am Arbeitsplatz

16.11.2020

SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel

Die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel ist zur Konkretisierung des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard am 20. August 2020 offiziell im Gemeinsamen Ministerialblatt (Nr. 24, S. 484 ff.) veröffentlicht worden.

Durch diese Veröffentlichung erhält die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel mit den enthaltenen Maßnahmen nun die sogenannte Vermutungswirkung: Die SARS-CoV-2 Arbeitsschutzregel enthält Konkretisierungen der Anforderungen der Verordnungen nach dem Arbeitsschutzgesetz. Bei Einhaltung dieser Konkretisierungen kann der Arbeitgeber davon ausgehen, dass die Anforderungen aus den Verordnungen erfüllt sind. Wählt der Arbeitgeber eine andere Lösung, muss er damit mindestens die gleiche Sicherheit und den gleichen Gesundheitsschutz für die Beschäftigten erreichen. 

Die im Gemeinsamen Ministerialblatt veröffentlichte SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel können Sie hier finden (Stand 20.08.2020).

 

SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard

Bundesweit klare und verbindliche Arbeitsschutzstandards sollen Beschäftigte vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus schützen. Das Bundeskabinett hat daher am 16.04.2020 den SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard zur Anwendung empfohlen.

Eckpunkte des Standards:

  • Arbeitsschutz gilt weiter und muss bei einem schrittweisen Hochfahren der Wirtschaft zugleich um betriebliche Maßnahmen zum Infektionsschutz vor SARS-CoV-2 ergänzt werden
  • Sozialpartnerschaft nutzen, Arbeitsschutz-Experten einbinden, Angebot arbeitsmedizinischer Vorsorge ausweiten
  • Der Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern wird universell auch bei der Arbeit eingehalten - In Gebäuden, im Freien und in Fahrzeugen
  • Abläufe werden so organisiert, dass die Beschäftigten möglichst wenig direkten Kontakt zueinander haben
  • Niemals krank zur Arbeit erscheinen
  • Zusätzlichen Schutz bei unvermeidlichem direkten Kontakt sicherstellen
  • Zusätzliche Hygiene-Maßnahmen treffen
  • Arbeitsmedizinische Vorsorge nutzen, Risikogruppen besonders schützen
  • Betriebliche Beiträge zur Pandemievorsorge sicherstellen
  • Aktive Kommunikation rund um den Grundsatz "Gesundheit geht vor!"

Die Pressemitteilung des BMAS können Sie hier finden.

Das Bundesarbeitsministerium hat darauf hingewiesen, dass dieser Arbeitsschutzstandard entsprechend der aktuellen Lage anzupassen sei. Diese Anpassungen sollen in einem neu installierten Beraterkreis "Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz zur Prävention von Covid-19" erörtert werden. Die Berufsgenossenschaften sollen bei Bedarf für eine branchenspezifische Konkretisierung und Ergänzung sorgen.

Die aktuelle Fassung des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard können Sie hier finden (Stand 16.04.2020).

 

Praxishilfen zum betrieblichen Umgang mit Corona sowie zur Pandemieplanung

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, der Verband der Deutschen Betriebs- und Werksärzte, das Robert-Koch-Institut und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stellen verschiedene Informationen zur betrieblichen Pandemieplanung zur Verfügung. Darunter sind Checklisten und Empfehlungen zur Planung des Vorgehens, während und nach der Pandemie sowie Empfehlungen zum Vorgehen in Verdachtsfällen, oder bei einer Ansteckung im Betrieb.

Übersicht an entsprechenden Publikationen und Webseiten mit den direkten Links:

  1. Die Broschüre „10 Tipps zur betrieblichen Pandemieplanung“ von VDBW, VDSI und DGUV. Sie enthält zehn wesentliche Schritte bzw. Informationen, was bei der betrieblichen Pandemieplanung zu bedenken ist.
  2. Passende Checklisten und Empfehlungen für die Phase VOR, WÄHREND und NACH der Pandemie, finden Sie ab Seite 19 im „Handbuch Betriebliche Pandemieplanung“ vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
  3. Eine etwas kürzere Checkliste zur Pandemieplanung bietet der VDBW in der „Checkliste für Firmen im Rahmen der Pandemie-Planung“.
  4. Alle Informationen zu COVID-19, auch in Bezug auf entsprechende Kontaktpersonen bei einer Infektion im Betrieb, finden Sie in den „FAQ der BZgA“ sowie in den „Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zur Meldung von Verdachtsfällen“ von COVID-19.
  5. Aktualisierten Verhaltensregeln der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) finden Sie hier.
  6. Hinweise zu organisatorischen und hygienischen Maßnahmen zum Vorgehen bei SARS-CoV-2-Verdachts- oder Erkrankungsfällen bei Mitarbeitenden wurden von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) erarbeitet und können hier eingesehen werden.
  7. Der DGUV Fachbereich Erste Hilfe hat die häufigsten Fragen zum Thema "Erste Hilfe im Betrieb (Corona-Pandemie)" hier zusammengestellt.
  8. Ein Info-Plakat "Corona-Virus - Allgemeine Schutzmaßnahmen" zum Download finden Sie auf der Seite der DGUV.

Hinweise des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft zum Umgang mit Corona im Betrieb:
Viele Unternehmen ermöglichen ihren Beschäftigten in der Corona-Krise verstärkt die Arbeit von zu Hause aus. Dies ist aber nicht für alle Tätigkeiten und Unternehmen möglich. Daher hat das Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa) eine Hilfestellung für die Arbeit im Betrieb während der Corona-Krise zusammengestellt. Diese umfasst die Themenfelder Information und Kommunikation, Arbeitszeit und Abläufe sowie Hygiene und Verhalten.

 

BG ETEM-Informationen zur Corona-Krise

Die BG ETEM unterstützt ihre Mitgliedsbetriebe bei der Umsetzung des Arbeitsschutzes durch ein breites Informationsangebot und praktische Handlungshilfen. Auf ihrer Homepage hat die BG ETEM aktuelle Informationen zu Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen sowie zum Versicherungsschutz im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zusammengestellt:

 

BAuA-Informationen zur Corona-Krise

Zum Umgang mit Covid-19 am Arbeitsplatz stellt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit (BAuA) aktuelle Informationen bereit.

 

Fakten zu Mund-Nase-Bedeckungen

Derzeit gibt es vermehrt Anfragen, ob der Gebrauch von Mund-Nase-Bedeckungen (MNB) der Gesundheit schaden könnte. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat hierzu eine erklärende Pressemitteilung veröffentlicht, welche Sie unter folgendem Link auch vollständig einsehen können. Zentrale Aussagen sind:

  • Es liegen aktuell keine Informationen vor, die belegen, dass das Tragen einer MNB aus textilem Gewebe die Atmung in einem gesundheitsgefährdenden Maße beeinträchtigt oder eine so genannte 'CO2-Vergiftung' auslösen könnte.
  • Die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung sehen in MNB eine Maßnahme, das Risiko von Tröpfcheninfektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 zu verringern, wenn der Mindestabstand nicht gewährleistet ist.
  • Ordnen Arbeitgeber den Einsatz von MNB an, sind sie verpflichtet, dies in ihrer Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen.

Empfehlungen der DGUV als Orientierung für Arbeitgeber hinsichtlich der Tragedauer und Erholungszeiten können Sie hier finden.

 

Empfehlungen zum infektionsschutzgerechten Lüften von BMAS, DGVU und BAuA

Die Bundesregierung hat eine "Empfehlung zum infektionsschutzgerechten Lüften" erarbeitet, welche Sie hier finden können.

Konkretisierend hat die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) zu folgenden Punkten praxisnahen Handlungsempfehlungen veröffentlicht:

  • freie Lüftung (z. B. über Fenster) und technische Lüftung (über zentrale oder dezentrale raumlufttechnische Anlagen)
  • Verwendung von mobilen oder dezentralen Umluftgeräten (z. B. Klimageräte, Heizlüfter, Ventilatoren)
  • Luftreinigung und passende klimatische Bedingungen

Die Veröffentlichung „SARS-CoV-2: Empfehlungen zum Lüftungsverhalten an Innenraumarbeitsplätzen“ der DGVU können Sie hier einsehen.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat ebenfalls eine Hilfestellung zum richtigen Lüften verfasst. Diese ist umfangreicher und detaillierter im Bezug auf RLT-Anlagen. Die vollständige Veröffentlichung können Sie hier finden.

 

Informationen zu "Mutterschutz und SARS-CoV-2"

Ein Ad-hoc-Arbeitskreis bestehend aus Expertinnen und Experten des Ausschusses für Mutterschutz (AfMu) hat ein Informationspapier zu Fragen des Umgangs mit dem Coronavirus im Bereich des Mutterschutzes erstellt.

Nach allgemeinen Informationen zur fachwissenschaftlichen und rechtlichen Bewertung des Mutterschutzes im Hinblick auf den Coronavirus richten sich einzelne Kapitel in Form eines Fragen-Antwort-Katalogs an schwangere und stillende Frauen, Arbeitgeber, Ausbildungsstellen, Betriebsärzte, Frauenärzte und Hebammen.

Weitere Anmerkungen zur Beschäftigung schwangerer Frauen im Hinblick auf eine Ansteckung:

  • Der Berufsverband der Frauenärzte und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe haben ein FAQ-Papier zu spezifischen Risiken der COVID-19-Virusinfektion für Schwangere erstellt.
  • Ferner hat der Ausschuss für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) beim Bundesarbeitsministerium auf Grundlage der vorhandenen epidemiologischen Daten SARS-CoV-2 mit Beschluss vom 19. Februar 2020 aus präventiver Sicht vorläufig in die Risikogruppe 3 nach Biostoffverordnung eingestuft.