IndiTexPlant - individuelles Implantat © ITA an der RWTH Aachen
IndiTexPlant - individuelles Implantat © ITA an der RWTH Aachen

Implantate nicht mehr von der Stange

Die Situation

Je individueller medizinische Therapiemaßnahmen auf einzelne Patienten zugeschnitten sind, desto größer sind die Chancen auf Heilungserfolg. Das trifft auf die Gabe von Medikamenten genauso zu, wie auf einzusetzende Implantate. Während Tabletten oder Injektionen jedoch problemlos dosiert werden können, ist das bei einem Knochenersatz oder einem künstlichen Blutgefäß schon schwieriger. Aus wirtschaftlichen Gründen erhält man diese häufig in Standardgrößen, aus denen die Mediziner dann die am besten passende auswählen können. Innovative textile Herstellungsverfahren machen es möglich, solche medizinischen Produkte speziell auf einzelne Patienten abgestimmt herzustellen. Zur Zeit fehlt jedoch noch ein grundlegendes Verständnis über die Zusammenhänge zwischen dem Produktdesign, den Herstellungsprozessen und Werkzeugen sowie den finalen Produkteigenschaften, um die individuellen Ansätze umzusetzen. 

Das Projekt

Am Beispiel eines Aortenaneurysmas arbeitet im Projekt IndiTexPlant ein Team des Instituts für Textiltechnik an der RWTH Aachen (ITA) an der Möglichkeit, perfekt auf den Patienten abgestimmte Implantate in einem automatisierten Prozess herzustellen. Anhand eine virtuellen Modells wird das Produkt online entworfen. Sowohl digital als auch im realen Herstellungsprozess werden alle Parameter ermittelt, die Einfluss auf die Eigenschaften des fertigen Implantats haben. Diese werden dann an das virtuelle Modell zurückgespielt, auf dessen verbesserter Basis dann der Prozess erneut durchlaufen wird. Auf diese Weise optimiert das Forscherteam kontinuierlich die Wirtschaftlichkeit eines solchen, in Losgröße 1 gefertigten und speziell auf die Anforderungen eines einzelnen Patienten abgestimmten, textilen Implantats. 

Der Nutzen für den Mittelstand

Kleine und mittlere Unternehmen unterschiedlichster Bereiche können von den Projektergebnissen profitieren: Anbieter von Medizintechnik und Implantaten, Textil- oder Textilmaschinenhersteller, Softwarehersteller und unzählige weitere Stakeholder sind Teil der Prozesskette und können ihre Produktpalette entsprechend erweitern. Nicht zuletzt sind Kliniken, das Gesundheitssystem sowie die Patienten Nutznießer der Forschungsarbeiten.

Ansprechpartner

Kai-chieh Kuo
kai-chieh.kuo@ita.rwth-aachen.de
+49 241 80 22103

Fördergeber

Finanzielle Förderung über das Forschungskuratorium Textil als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungseinrichtungen (AiF) aus Haushaltsmitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) 20532 N.