Arbeitszeitgesetz: Gesamtverband textil+mode fordert Stopp und Überarbeitung des Entwurfs

18.06.2026

Berlin: Der Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie weist den Referentenentwurf des Bundesarbeitsministeriums zum Arbeitszeitgesetz entschieden zurück. Der Entwurf ist kein Modernisierungsschritt, sondern eine regulatorische Verschlechterung mit mehr Bürokratie und missachtet die aktuelle Situation der Unternehmen, die dringend Flexibilität benötigen.

Uwe Mazura, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie: „Was das BMAS vorgelegt hat, ist keine Reform. Die im Koalitionsvertrag in Aussicht gestellte Wochenarbeitszeit wird nicht umgesetzt; zeitgleich wird durch eine umfassende elektronische Arbeitszeiterfassung die Vertrauensarbeitszeit in der Praxis entkernt.“

Besonders kritisch ist aus Sicht des Verbandes, der für rund 1 300 Unternehmen mit über 100 000 Beschäftigten spricht, dass moderne Arbeitszeitmodelle nicht breit ermöglicht, sondern an einen Tarifvorbehalt geknüpft werden. Kommt eine Einigung mit dem Sozialpartner nicht zustande, werden Betriebe von der dringend benötigten Flexibilität ausgeschlossen.

Uwe Mazura: „Deutschland braucht jetzt ein flexibles und wettbewerbsfähiges Arbeitszeitrecht – nicht noch mehr Detailsteuerung. Dieser Entwurf muss grundlegend überarbeitet werden.“