Marktplatz der textilen Kreislaufwirtschaft

Beispiele textiler Kreislaufwirtschaft aus Industrie, Forschung und von Startups

16.04.2026

 

Anlässlich des 3. Stakeholder Dialogs zur Erweiterten Herstellerverantwortung für Textilien (EPR) am 16. April auf dem Euref-Campus in Berlin konnten sich die Gäste auf einem Marktplatz der textilen Kreislaufwirtschaft über konkrete Praxisbeispiele aus der Textil- und Modeindustrie sowie der Textilforschung informieren. Gezeigt wurde, welche Innovationen, Technologien und Geschäftsmodelle bereits heute dazu beitragen können, zentrale Ziele der EPR zu erreichen; etwa längere Nutzungsdauer von Textilien, bessere Sammel- und Sortiersysteme oder hochwertiges Recycling.

 

Die Ausstellung, die gemeinsam mit dem Forschungskuratorium Textil erstellt wurde, ist in vier thematische Bereiche entlang der textilen Wertschöpfungskette gegliedert und präsentiert Lösungen von folgenden Institutionen und Unternehmen:

 

1. Design for Recycling: Beispiele dafür, wie Textilien bereits in der Designphase recyclingfähiger gestaltet werden können

Das junge Unternehmen circular.fashion hat eine digitale Lösung konzipiert, die Modeunternehmen dabei unterstützt, kreislauffähige (recyclebare, langlebige) Textilien zu designen und Textilkreisläufe zu schließen. Ein weiteres Beispiel: Eine Jacke aus loopamid, dem ersten zirkulären Nylon 6, das vollständig auf Textilabfällen basiert.

 

2. Use & Care: Ansätze zur Verlängerung der Nutzungsdauer von Kleidung, etwa durch Reparatur oder neue Nutzungskonzepte

Ein Beispiel ist der CircSim Kreislaufsimulator, der zeigt, wie Reparatur-Kits die Lebensdauer von Kinderkleidung verlängern können. Das Startup Repair Rebels stellt seinen Reparatur-Service und die Online-Plattform vor, auf der Kunden Reparaturen für Kleidung und Schuhe buchen können – 24/7, so leicht wie Online-Shopping. Damit wird Reparieren erstmals radikal vereinfacht, modernisiert und in die digitale Welt überführt.

 

3. Collect & Sort: Lösungen für die Sammlung und Sortierung von Alttextilien 

Beim Projekt NuCollect können Teilnehmende selbst Kleidungsstücke verschiedenen Verwertungswegen zuordnen und so die Herausforderungen der Sortierung nachvollziehen. Das Startup reverse.fashion stellt sein automatisiertes Textilsortiersystem vor, das Bilderkennung und RFID-Technologie nutzt.

 

4. Recycling & Re-made: Beispiele für Textilrecycling und Upcycling 

Hier zeigen Forschung und Unternehmen wie aus gebrauchten Textilien neue Materialien und Produkte entstehen können: Das Recycling Atelier Augsburg, eine der Schlüsselfiguren für textile Kreislaufwirtschaft in Deutschland, baut eine vollständige Recycling- und Wertschöpfungskette in Augsburg auf und zeigt in der Ausstellung Exponate aus den verschiedenen Prozessschritten. Vorgestellt werden auch Produkte, z. B. Taschen, Accessoires oder Heimtextilien aus Arbeitskleidung von TURNS sowie Merchandising-Artikeln oder anderen Textilien von MOOT. Gezeigt werden auch die Entwicklung einer Zero-Waste-Funktionsstrickjacke aus 100 % Hanf sowie weitere kreislauffähige Kollektionen von Design-Studierenden an der Hochschule Niederrhein. Die an Puppen gezeigten Kollektionen wurden in Berlin zur Fashion Week im Rahmen der Neo.Fashion. im Sommer 2025 gezeigt und haben auch Preise gewonnen.

 

Die Ausstellung wurde bei der Konferenz erstmals gezeigt und wird in den kommenden Monaten in einer Roadshow die große Expertise der gesamten Branche für Kreislaufwirtschaft zeigen und ins Bewusstsein der Öffentlichkeit bringen. Damit leistet der Gesamtverband textil+mode auch einen wichtigen Beitrag zur EPR-Kommunikation.