AMD München auf der PolitFashionNight 2026 in Berlin

Kurzbeschreibung der Designs, die bei den Fashionshows am 22. September in der Bayerischen Vertretung gezeigt werden

Annika Bardenheuer — SURVIVAL MODE 

Ein bodenlanger, kapuzenartig geschlossener Overall aus changierendem, dicht gerafftem Gewebe hüllt den Körper wie eine Schutzschicht ein. Ein transparenter, hell schimmernder Einsatz an der Brust öffnet die Hülle und lässt den Körper darunter durchscheinen — Schutz und Verletzlichkeit in einem Kleidungsstück.

Raffaela Dunic — ELSEWHERE 

Elsewhere greift die Viele-Welten-Interpretation der Quantenmechanik auf: Jede mögliche Version der Wirklichkeit existiert gleichzeitig. Die Kollektion übersetzt diese Idee in Mode, die Widerspruch, Verwandlung und mehrere Identitäten nebeneinander zulässt, statt sich auf eine festzulegen.

Tom Henry Geldschläger — NULL 

Null ist die Zahl, die das Nichts benennt — und zugleich das Fundament, auf dem jede andere Zahl steht. Die Kollektion übersetzt das Schwarze Loch mit Singularität, Ereignishorizont und glühender Akkretionsscheibe in Silhouette, Material und Wirkung und geht dabei auch technologisch neue Wege.

Sophia Haubold — CELESTIAL SPARK 

Nach der Apokalypse erreicht eine kleine Gemeinschaft Überlebender einen neuen Planeten, dessen Landschaft von Kristallen durchzogen ist. Die Kollektion verbindet die raue Ästhetik apokalyptischer Schutzkleidung mit dem Glanz eines Neuanfangs — Hommage an eine zerstörte Welt und Sinnbild für Hoffnung zugleich.

Marie Heinrichs — AFTER EARTH 

After Earth denkt Transhumanismus als nächsten Schritt der Evolution im Kontext der Raumfahrt: Sechs Charaktere einer künftigen Kolonie tragen Kleidung, die als lebendes Lebenserhaltungssystem funktioniert. Die Kollektion feiert diese Erweiterung nicht, sondern fragt, an welchem Punkt Überleben beginnt, menschliche Identität zu verändern.

Amelie von Jagow — 3,71 m/s² 

Die Zahl bezeichnet die Schwerkraft des Mars, nur rund ein Drittel der irdischen. Die Kollektion zeigt Kleidung hundert Jahre nach der Besiedlung: Aus einheitlicher Erstausstattung ist durch Umnähen, Ergänzen und schwere silberne Ketten, die den Menschen symbolisch am Boden halten, ein persönlicher Stil geworden.

Florian Kirchhammer — LED BY A LAMB 

Seit Beginn der Zivilisation versuchen Menschen, das Unbekannte durch Rituale und Opfergaben zu beeinflussen — wertvolle Objekte werden zerstört, verbrannt oder niedergelegt, um Hoffnung, Schutz oder Kontrolle über die Zukunft zu gewinnen. Die Kollektion entwirft ein spekulatives Szenario, in dem der Mensch neue Lebensräume im All erschließt und im Moment des Neuanfangs auf archaische Muster zurückgreift: neue Formen von Opfergaben, übersetzt in skulpturale, helle Silhouetten mit Anklängen an Reliquiar und Ritualgewand.

Hannah Minge — IC 443 

IC 443 erzählt von einem Stern, der verschwunden ist und dennoch weiterleuchtet: Aus der Explosion wurde Staub, aus Staub Bewegung, aus Bewegung eine schwebende Form. Die Kollektion übersetzt dieses kosmische Echo in Silhouetten aus Licht, Hülle und Körper — wie Fragmente einer Erinnerung, die noch durch den Raum treiben. (Inspiriert vom Quallennebel IC 443, einem Supernova-Überrest rund 5.000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Quelle: NASA / Chandra X-ray Observatory.)

Nguyen Hong My Diana — THE LAST TRANSMISSION 

The Last Transmission erzählt von einer weiblichen Science-Fiction-Crew, die als Bikerinnen durch Universen reist und der Menschheit eine letzte Warnung überbringt. Dosenlaschen stehen für Konsum und Wiederverwertung, geometrische Formen für zerstörte Welten, NASA- und Apollo-Patches für Aufbruch und Entdeckung — Nachhaltigkeit in futuristischer Erzählung.

Magdalena Roßberger — IRREGULAR 

Irreguläre Galaxien entstehen aus Kollisionen und besitzen keine erkennbare Ordnung — chaotisch, asymmetrisch, eigen. Die Kollektion überträgt diese Formen in handgefärbte, marmorierte Oberflächen, von Hand aufgetragene Galaxienmuster und aufgebügelte Steine, die Sternenhaufen und Lichtpunkte nachzeichnen.

Karin Schadde — AGENTS OF MARS 

Mit der Erschließung des Mars wird Weltraumtourismus zur realistischen Zukunftsvision — und mit ihm der Bedarf an Menschen, die Reisende sicher durch die extreme Umgebung begleiten. Der Anzug der Agents of Mars verbindet echten Rost als Färbung, Hanf als nachhaltiges Basismaterial und eine schützende Außenschicht aus Drähten und Kugelelementen, die einen Schild gegen kosmische Strahlung sichtbar macht.

Simon Jonas Schneider — TRAPPIST-1 G 

Rund zwölf Parsec von der Erde entfernt kreisen sieben erdgroße Planeten um den roten Zwergstern TRAPPIST-1, drei davon in der habitablen Zone. Die Kollektion entwirft die zeremonielle Kleidung einer kulturellen Elite auf dieser fernen Welt — skulpturale Silhouetten zwischen Raumanzugkonstruktion, historischer Korsetterie und der Federpracht von Vögeln.

Vincent Schweiger — PARADOXON 

Proxima Centauri b ist der erdnächste Exoplanet — astronomisch zum Greifen nah und für den Menschen dennoch unerreichbar. Die Kollektion übersetzt diesen Widerspruch in funktionale Anzüge, die aus den Bedingungen des Planeten entwickelt wurden: Strahlung, Temperatur, Schwerkraft und Isolation als Ausgangspunkt jeder gestalterischen Entscheidung.

Lia Streicher — GLACIES OCCULTA 

Über einem schlichten dunklen Bodysuit windet sich eine einzige helle, gefaltete Stoffbahn vom Schulteransatz bis zum Boden — wie eine Umlaufbahn um den Körper. Die Arbeit lebt von Reduktion: eine Form, eine Bewegung, ein Material.

Amelie Summerer — PLANET DER VISIONEN 

Inspiriert von der gleichnamigen Komposition von Kraftwerk untersucht die Kollektion die Zukunftsvisionen des 20. Jahrhunderts und die Frage, wie sich einst optimistische Bilder heute lesen lassen. Retro-Futurismus trifft Dieselpunk: voluminöse Silhouetten und schulterbetonte Konstruktionen aus rund hundert Schnittteilen bewegen sich zwischen Utopie und Dystopie.