automatische Optimierung von CNC-Nahtmustern in kürzester Zeit verbessert die Optik bei Dekornähten ohne manuellen Aufwand
© Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen University

Kamerasystem korrigiert schiefe Nähte

Die Situation

Bei Autositzen oder Steppwaren fallen fehlerhafte Dekornähte schnell auf. Doch kommt es beim Einsatz von CNC-Nähmaschinen produktionsbedingt immer wieder einmal zu Abweichungen, etwa bei Textilien, die mit Schäumen kaschiert sind. Hier verzieht sich das Textil durch die lokale Komprimierung, wobei jeder weitere eingebrachte Einstich eine weitere Verschiebung der vorherigen Naht verursacht. Bisher müssen die Maschinen in aufwendigen Trial- und Error-Verfahren manuell nachjustiert werden, bis das gewünschte Nahtbild erreicht ist.

Das Projekt

Im Projekt PrecisionCNCSew hat das Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen zusammen mit mehreren Unternehmen deshalb ein Verfahren entwickelt, bei dem das Nahtmuster mithilfe eines Bildverarbeitungssystems automatisch stichgenau kontrolliert wird. Hervorzuheben ist, dass das Verfahren vor allem auch bei kontrastarmen Garn-Textil-Verhältnissen funktioniert. So ist die stichgenaue Erkennung von schwarzem Garn auf schwarzem Textil oder weißem Garn auf weißem Textil eine wesentliche Anforderung bei der automatischen Korrektur des CNC-Musters. Das System ist in der Lage, eine Naht mit deutlichem Nahtverzug in nur etwa zehn Minuten zu optimieren. Abweichungen von zwei bis drei Millimetern an den Kreuzungspunkten eines Rautenmusters können soweit reduziert werden, dass sie nicht mehr sichtbar sind. Im Vergleich zur manuellen Anpassung konnten etwa 90 Prozent der Zeit eingespart werden. Das neue System arbeitet auf CNC-Maschinen von verschiedenen Herstellern.

Der Nutzen für den Mittelstand

Neben der Reduktion des Zeitaufwandes gegenüber der manuellen Korrektur trägt das neue System auch dazu bei, den Materialausschuss zu verringern, da nur ein einziges fehlerhaft genähtes Muster benötigt wird, um die Materialkonstanten mithilfe des Kamerasystems zu bestimmen. Das Kamerasystem lässt sich außerdem zur automatisierten Qualitätskontrolle der Nahtgenauigkeit einsetzen. Insgesamt werden die Produktionsleistung und Wirtschaftlichkeit gesteigert.

Ansprechpartner

Volker Lutz
volker.lutz@ita.rwth-aachen.de
+49 241 80 23467

Fördergeber

Finanzielle Förderung über das Forschungskuratorium Textil als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungseinrichtungen (AiF) aus Haushaltsmitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Programms zur Förderung der "Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF)" 19524 N.

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