Multifunktionelles Schnitt- und Prallschutz-Pad als Einschub in Schutzkleidung
TITV

Einsatz von Metallgarnen in 3D-Gewirke für Schutztextilien

Die Situation

Für die Sicherheit am Arbeitsplatz ist die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) von großer Bedeutung. Je nach Einsatzgebiet gibt es Arbeitskleidung mit spezieller Schutzfunktion. Hinsichtlich des Tragekomforts und der Bekleidungsphysiologie erfüllt die PSA meist nur unzureichend die notwendigen Ansprüche. Gefragt sind in Zukunft mehr denn je multifunktionelle Textilkonstruktionen, die neben dem Schnittschutz auch eine Polsterwirkung (Prallschutz) aufweisen und dabei gute bekleidungsphysiologische Eigenschaften besitzen.

Das Projekt

Um Schutztextilien mit integriertem Schnitt- und Prallschutz herstellen zu können, wurden im IGF-Förderprojekt hochfeste Garnmaterialien mit Metallgarnen in 3D- Gewirke kombiniert. Dazu wurden auf einer doppelfonturigen Wirkmaschine mit einer Feinheit E 22 Metallgarne sowohl in den Deckflächen als auch in den Polfäden des 3D-Gewirkes verarbeitet. Hohe Reibwerte und niedrige dehnungselastische Eigenschaften der Metallgarne waren dabei erstrangige maschinen- und verarbeitungstechnische Herausforderungen. Um die Laufeigenschaften verschiedener Metallgarne im Vergleich mit textilen Garnen bewerten zu können, wurde eine entsprechende Prüfapparatur entwickelt; so wurden Aussagen zur Biegeflexibilität und zum Reibungsverhalten der Spezialgarne unter praxisnahen Bedingungen erzielt. Auf Basis der Prüfergebnisse wurden die Fadenzuführungen sowie die Fadenleitelemente an der Wirkmaschine so modifiziert, dass die Metallgarne sehr gut zu Maschen geformt werden. Durch die hohe Nadelteilung der Maschine wird eine große Materialdichte im Gewirke erreicht. Die Feinheit der Maschen trägt wesentlich zu hoher Flexibilität und Drapierbarkeit bei – eine wichtige Voraussetzung für einen guten Tragekomfort. Zusätzliche Schnitthemmung beim PSA-Material wird durch die gleichzeitig eingearbeiteten hochfesten Aramid-Garne ermöglicht. Um einen hohen und dauerhaften Prallschutz zu erreichen, wurden im Polbereich überwiegend Polyestermonofilamente eingearbeitet. Der gleichzeitige Schutz gegen Prall und Schnitt bewirkt eine deutliche Verbesserung der Schutzeigenschaften für PSA. Das neue Prall- und Schnittschutzgewirke zeichnet sich durch ein geringes Flächengewicht, eine hohe Flexibilität und guten bekleidungsphysiologischen Tragekomfort aus.

Der Nutzen für den Mittelstand

Neben dem Einsatz im Recycling- und Abrissgewerbe sind die multifunktionellen 3D-Gewirke in der Metall-, Bau- und Glasindustrie, in Schlacht- und Zerlegebetrieben sowie in der Forstwirtschaft geeignet. Eine weitere Anwendung sind Vandalismus sichere Mobiltextilien. Mit dem neu entwickelten 3D-Schnittschutzgewirke aus Greiz könnte eine Kostenersparnis am fertigen Produkt von bis zu 50 Prozent erreicht werden. Bei Herstellern, so die Projektprognose, könnte das zu spürbaren Umsatzsteigerungen führen.

Ansprechpartner

Sabine Gimpel
s.gimpel@titv-greiz.de
+49 366 1611 205

Fördergeber

Finanzielle Förderung über das Forschungskuratorium Textil als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungseinrichtungen (AiF) aus Haushaltsmitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Programms zur Förderung der "Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF)" 17424 BR.