Das Projekt
Die im Rahmen des IGF-Vorhabens 18263N entwickelte Hygiene-App beruht auf der Fotodokumentation eines Farbnachweises von lebenden Keimen in wässrigen Proben für gewerbliche Wäschereien. Die Nachweismethode mittels Farbreaktion macht sich den zelleigenen Stoffwechsel von Bakterien zunutze.
Ein der Smartphone-Applikation zu Grunde liegender Algorithmus ordnet der Probe anschließend anhand der Färbung einen bestimmten Keimgehalt zu. Je dunkler die Farbe, desto mehr Keime sind vorhanden. So kann das notwendige Hygiene-Monitoring im Rahmen von Eigenkontrollen in gewerblichen Wäschereien unterstützt werden. Im Falle einer starken Verkeimung wird dies mittels der Hygiene-App schnell und unkompliziert erkannt und es können zeitnah Gegenmaßnahmen getroffen werden.
Der Nutzen für den Mittelstand
Einen Nutzen von der Entwicklung haben vor allem Textilservice-Betriebe und gewerbliche Wäschereien, darunter beispielsweise rund 360 Mitgliedsbetriebe der Gütegemeinschaft sachgemäße Wäschepflege e.V.
Die App zur Kontrolle der messbaren Keimwerte für Prozesswässer stellt ein hilfreiches und leicht verfügbares Werkzeug dar, um in gewerblichen Wäschereien kontinuierliche Eigenkontrollen zu unterstützen. Damit lassen sich verschiedene Entnahmestellen innerhalb kürzester Zeit beproben und untersuchen.
Binnen zwei Stunden (bisher mehrere Tage) liegt das Ergebnis vor. Deshalb können Wäschereibetriebe bei Bedarf zeitnah Gegenmaßnahmen wie die Desinfektion oder Sanierung von Anlagenteilen oder Wassertanks einleiten. Allerdings kann sich die Empfindlichkeit der Nachweisreaktion noch nicht mit gängigen kulturmikrobiologischen Verfahren messen, ersetzt also nicht das übliche Hygienemonitoring.
Ansprechpartner
Anja Gerhardts
a.gerhardts@hohenstein.de
+49 7134 271 434
Fördergeber
Finanzielle Förderung über das Forschungskuratorium Textil als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungseinrichtungen (AiF) aus Haushaltsmitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Programms zur Förderung der "Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF)" mit der Projektnummer 18263 N.